Sonntag, 16. September 2012
Teil 11 [Samstag]
Ich öffnete meine Augen und schloss sie dann ganz schnell wieder. Langsam öffnete ich sie wieder und versuchte mich an das Sonnenlich zu gewöhnen. Ich richtete mich auf und schaute Basti verschlafen an. Er schlief tief und fest und ich hatte nicht vor ihn zu wecken, stattdessen stand ich auf und wusch mein Gesicht mit dem warmen Meerwasser. Ich zog meinen Pullover aus, das trockene T-shirt an und dann stand ich da und wusste nichts mit mir anzufangen. Aufeinmal klingelte mein Handy und ich ging so schnell wie möglich ran, bevor Basti aufwachte. Ich enfernte mich von der Schlafmütze und meldete mich mit einem freundlich: ,,Guten Morgen." Leona schien auch gut drauf zu sein und wir redeten viel und lange über alle möglichen Sachen, unteranderem Basti. ,,Sag mal, wie ist er so?" wurde ich gefragt. Mit einer großen Freude berichtete ich es ihr: ,,Basti ist so süß. Er hat mich mit zu so einem See genommen und wie süß er sich um mich gekümmert hat, als Max angerufen hat, um mich mit dem Alltäglichen zu zugetextet . Er ist einfach so unbeschreiblich toll, das kannst du dir garnicht vorstellen, Leona."
,,Dankeschön." hörte ich Basti hinter mir sagen. ,,Ouh man." sagte ich leise, sodass es keiner hören konnte. ,,Warte mal kurz." sagte ich zu Leona und hielt mein Hand weg. Ich begrüßte Basti mit einem erfreuten 'Guten Morgen', gab ihm einen Kuss und setzte fort: ,,Wie lange stehst du schon hier?" Basti lächelte mich an: ,,Lang genug." Ich lächelte zurück und mein glücklicher Gesichtsausdruck verschwand nicht mehr.
Ich hielt mein Handy hoch, um Basti zu verdeutlichen, dass Leona noch dran war. Er wollte es mir aus der Hand nehmen, als ich es zurück zog. Fragend wurde ich angeguckt und ich versuchte ihn aufzuklären: ,,Es wär nicht besonders schlau, wenn du mit ihr redest." Basti schien es immer noch nicht verstanden zu haben und fragte mich: ,,Wieso darf ich nicht mit deiner Freundin telefonieren?" Ich näherte mich Basti um ein paar Zentimeter und meine Stimme wurde leiser: ,,Sie kennt dich und mag dich auch ziemlich." Jetzt schien Basti mich zu verstehen, grinste frech und nahm mir das Handy aus der Hand. Ich hörte, wie Basti sich bei meiner Freundin meldete: ,,Na. Mit wem hab ich die Ehre?" Kopfschüttelnd hielt ich mir die Hand vors Gesicht und dachte mir meinen Teil. Ich versuchte dem Gespräch zu folgen, aber da ich Leona nicht hören konnte, wurde es nach ein einigen Minuten uninteressant für mich. Grinsend sah ich Basti an und ging ein paar Schritte zurück, dann drehte ich mich um und steuerte den Strand an.
Ich spührte den weichen Sand unter meinen Füßen und den leichten Wind, der durch meine Haare wehte. Mein Blick wanderte zwischendurch zu Basti, der immernoch fröhlich mit Leona telefonierte.
In Gedanken schlenderte ich über den Strand. Ich war Basti dankbar, dass er um mich gekämpft hatte. Dank ihm war ich glücklich und sorgenfrei.
Meinen Blick wandte ich zum wiederholten mal zu Basti rüber, der langsam den Steg entlang auf mich zugeschlendert kam. Doch auf einmal blieb er stehen und schien sich zu verabschieden, dann steckte er mein Handy in seine Hosentasche und ging langsam weiter. Immernoch spazierte ich den Strand entlang. Ich hörte eine Stimme hinter mir, sie war leise doch wurde immer lauter. Ohne hinter mich zu gucken merkte ich, dass Basti mir hinterher ging und sang. Ich nahm den Gesang nur unbewusst wahr und so ging ich weiter und sah über das Meer hinweg. Nach einiger Zeit sah ich Basti, er ging neben mir her und hatte aufgehört zu singen. Immer noch dachte ich nicht daran ein Gespräch anzufangen, dazu war ich zu sehr in meinen Gedanken vertieft, die aber durch Basti's Frage abrupt unterbrochen wurden: ,,Wie wär's wenn wir unsere Sachen packen und zu dir fahren?" Ich dachte an meine Schwester und daran, dass sie mir mit ihrer nervtötenden Art den Tag versauen würde und ich den Tag mit Basti nicht genießen könne. ,,ooorr." gab ich von mir, woraufhin Basti versuchte mich umzustimmen: ,,Wir können nicht ewig bleiben und du solltest dich auch mal wieder Zuhause blicken lassen. Sorry, dass ich so väterlich rede." lachend nahm Basti meine Hand und wir kehrten um. ,,Na gut." stimmte ich ein und wir gingen zügig zurück. ,,Deine Freundin ist freundlich." Ich lächelte frech: ,,Die Ansicht hatte ich auch in der langen Zeit unserer Freundschaft, aber danke für die Info."
Wir packten unsere Sachen in den Rucksack und machten uns auf den Weg. Wir gingen einige Minuten durch all möglichen Straßen, suchten nach einer Bushaltestelle und unterhielten uns über Leona.
,,Okay. Der nächste Bus, der in unsere Richtung fährt, müsste in einer halben Stunde da sein." ,,Okay. Dann warten wir hier." antwortete ich Basti und setzte mich auf einen Stuhl im Bushäuschen. Ich holte mein Handy raus und schrieb meiner Freundin eine sms: Hey Anna, was geht? :D
Nach nur ein paar Sekunden bekam ich eine Antwort: Hey Schatzi :* Ich chill hier nur mit Lisa und noch ein paar anderen Leuten in der Stadt und bei dir? (:
Ich bemerkte, dass Basti auch etwas mit seinem Handy machte und beschloss kein Gespräch anzufangen, die Stille tat mir auch mal gut.
Ich warte mit Basti auf den Bus und langweile mich hier. :D :*
Ich steckte mein Handy in meine Hosentasche und entschied mich anschließend doch dafür mit Basti zureden: ,,Was machst du?"
Er warf mir einen kurzen Blick zu und sah dann wieder auf sein Handy: ,,Ich poste was."
Ohne etwas zu sagen, holte ich mein Handy raus und ging ins Internet. Nach langem Laden öffnete mein Handy endlich Facebook und ich ging auf Basti's Seite.
,,Ach du Kacke." flüsterte ich und drückte auf 'Gefällt mir'
,,Was ist los?" grinste Basti mich an.
,,Du hast vor ein paar Sekunden was gepostet und hast schon 100 likes?!"
Er brachte ein kurzes Lachen hervor und packte sein Handy weg.
Ich achtete nicht mehr darauf was Basti tat und las mir noch einmal Basti's Post durch:
Haaaallo :) Alles gut bei euch?
Mir gehts bestens und bin gerade auf dem Weg nachhause. Hatte einen schönen Start ins Wochenende.
Wer ist morgen alles bei der Toggo Tour in Köln dabei? :)
Schönes Wochenende noch
Basti :)
,,Hast du was dagegen, wenn ich mitkomme?" sah ich Basti an.
,,Wohin?" frage mich Basti etwas verwirrt.
,,Zu deinem Auftritt morgen." lächelte ich ihn an. Er nickte und ich fing an zu lachen: ,,Machst du dann beim Kika-Tanzalarm mit?" Ich wurde breit angelächelt und dann sagte Basti: ,,Wenn du mit machst, mach ich auch mit." Ich grinste ihn an: ,,Höchstwahrscheinlich blamier' ich mich vor deinen ganzen Fans."
Ich bemerkte, dass mein Handy vibriert hatte und nahm meine Handy erneut aus meiner Hosentasche:
Wer ist Basti? :) Hast du mir da was verheimlicht ? :D Was läuft da, wovon ich noch nichts weiß? :D
Ich musste mir mein Lachen verkneifen, um nicht die Aufmerksamkeit von Basti auf mich zu lenken. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht schrieb ich zurück:
Ziemlich viel läuft da, meine Liebe :D ♥
Einzelheiten erzähl ich dir jetzt nicht. Sebastian sitzt neben mir :*
Ich sah kurz zu Basti rüber und dann sah ich auf die Uhr. Wir mussten noch 15 Minuten auf unseren Bus warten. In meinem Kopf regte ich mich darüber auf, aber ich ließ es mir nicht anmerken.
Zum wiederholten Mal vibrierte mein Handy und gespannt was Anna mir geantwort hat endsperrte ich mein Handy: Leona <3
Ich fragte mich, was Leona von mir wollte und öffnete ihre sms:
Danke Vani, dass du Basti mit mir telefonieren gelassen hast. *-*
Er ist so süß und nett und oh mein gott, du hast so ein Glück mit ihm. :*
Ich lächelte und schrieb ihr so schnell wie möglich zurück:
Süße, du hast da was falsch verstanden. Ich hab Basti nicht gesagt, dass er mit dir telen soll und ich musste ihm auch keine Erlaubnis geben, er hat es einfach gemacht, weil er es wollte :D Er scheint dich echt nett zu finden :* Aber bilde dir jetzt bloß nichts drauf ein, er gehört mir :D :)
,,Da ist unser Bus." sagte Basti und stand auf. Verwirrt folgte ich ihm und fragte ihn, ob es nicht vielleicht ein anderer Bus sei, weil wir eigentlich noch über 10 Minuten hätten warten müssen. ,,Nein, das wird schon der richtige sein. Glaub mir." Basti sagte dem Busfahrer wo wir hin wollten und bezahlte die Fahrkarten. Ich ging in die hinterste Reihe im Bus und setzte mich hin. Basti kam langsam hinter mir her geschlendert. ,,Beweg mal deinen feinen Hintern und schwing dich neben mich." lachte ich ihn an. ,,Tzz." gab er von sich und lies sich in den Sitz fallen. ,,Wenn das der falsche Bus ist, dann bring ich dich um." lachte ich erneut und sah Basti an, der gerade damit beschäftigt war, etwas aus der Tasche zu holen: ,,Ja, tu du nur, aber dann heul nicht rum, wenn du alleine bist." grinste er mich frech an und hielt mir eine Flasche Apfelschorle hin. Dankend nahm ich sie an, trank etwas und reichte sie ihm zurück. ,,Kann ich deine Kopfhörer haben?" frage ich Basti und holte mein Handy aus der Hosentasche. ,,Oh." sagte ich leise, da ich nicht gemerkt hatte, dass ich eine sms bekommen hatte. Dieses Mal war es wieder Anna die mir schrieb:
Lisa meinte gerade, dass sie beim ersten mal Lesen dachte, dass du den Basti von Dsds meinst. :D
Lustig fand ich das in dem Moment eher weniger. Ich beschloss nicht zurück zu schreiben, aber da bekam ich schon die nächste Nachricht:
Hallo? :D Antworte doch! ._.
Unsicher drückte ich auf: Antwort
und fing an zu schreiben:
Es ist mir egal, ob ihrs glaubt oder nicht, aber Lisa hatte recht. Ich meinte DEN Basti von Dsds.
Genau so verunsichert, wie ich war als ich die sms von Anna gelesen hatte, starrte ich jetzt Basti an. Der aber sah aus dem Fenster und bemerkte nicht mal, dass ich ihn ansah. Auf das wiederholte vibrieren reagierte ich nicht. Anna und Lisa hatten mich mit der sms mehr verletzt als sie zu glauben wussten. Ich legte meinen Kopf auf Bastis Schultern und erst da bemerkte er, dass irgendetwas nicht stimmte: ,,Schatz?" Ich bewegte mich nicht und gab ein knappes: ,,hm?" von mir. ,,Alles okay?" kümmerte er sich um mich. ,,Ja, alles in Ordnung." antwortete ich mit dem Gedanken, dass ich Basti keinen unnötigen Stress machen wollte. Basti legte seinen Arm um mich und ich dachte darüber nach, warum es für die Menschen da draußen, meine Freunde eingeschlossen, so unbegreiflich war, dass ich mit Sebastian Wurth zusammen war. Natürlich war mir bewusst, dass er berühmt war, aber ein Weltstar war er noch lange nicht und unerreichbar schon garnicht. Versunken in meinen Gedanken, machte der Busfahrer eine Vollbremsung und ich knallte mit dem Kopf gegen den vorderen Sitz: ,,Aua, was ein Arschloch!!" fing ich an zu fluchen und hielt mir meine Hand auf meine Stirn. Basti hatte nichts besseres zutun als mich anzugrinsen, aber ich konnte es ihm nicht verübeln, ich hätte ihn wahrscheinlich auch ausgelacht. ,,Nicht witzig." lachte ich anschließend und legte mich mit den Kopf auf Basti's Schoß. Mit Basti's Kopfhörern im Ohr lag ich dort und suchte nach einem passendem Lied, sprich keine Partymusik. Nach langem hoch und runter scrollen auf meinem Handy hab ich endlisch ein Lied gefunden, dass ich hören wollte: Pink - Perfect by Ryan Beatty
Ich sah den Gang des Busses entlang und sang in meinem Kopf den Liedtext mit. Basti krabbelte mit seinen Fingern über meinen Hals, aber das bekam mir in diesem Augenblick nicht und ich nahm seine Hand von meinem Körper. Ich erinnerte mich daran, dass ich eine sms bekommen hatte. Eigentlich hatte ich gerade nicht die größte Lust sie zu lesen, aber meine Neugiert überkam mich, also ging ich auf den Posteingang und fing an zu lesen:
Als ob Vanessa. Tu doch nicht einen auf cool :D Du weißt selber, dass es nicht stimmt. Hast du wieder Wahnvorstellungen oder was? :o :D
Ich erhob mich von Basti's Schoß und schrieb genervt zurück:
Du, bzw. ihr, werdet es gleich sehen! -.-
Ich wählte 'Anna' in meiner Kontaktliste, drückte auf 'Anrufen' und hielt Basti das Handy hin: ,,Sag den Spacken mal bitte, dass du DER Sebastian Wurth bist!" Erst sah Basti mich fassungslos an, nahm dann aber das Handy und hielt es an sein Ohr. Fragend sah Basti mich an, wärend es dütete. Kurz und knapp versuchte ich ihm zu erklären, warum er es machen sollte: ,,Meine 'Freunde' glauben mir nicht, dass ich mit dir abhänge, also mach es ihnen bitte klar." Ich lehnte mich an die Sitzlehne und lauschte dem anfangendem Gespräch. Ich konnte das ganze Gespräch mitverfolgen, da Anna beim telefonieren immer in den Hörer schrie. Angefangen hatte es mit einem freundlichen 'Hallo?' von Basti's Seite. ,,Hey, wer bist du?" lachte Anna von der anderen Seite der Leitung. ,,Oh mein Gott." regte ich mich auf und sah genervt aus dem Fenster. Im Hintergrund hörte man die anderen lachen, während Basti ihnen erklärte, wer er ist: ,,Wie Vanessa schon gesagt hat. Ich bin Sebastian Wurth." Immernoch lachend antwortete Anna: ,,Verarschen kann ich mich selber, aber mach dir nichts draus." Fast schon agressiv antwortete Basti ihnen und legte auf: ,,Wisst ihr eigentlich wie verletztend das für Vanessa ist? Ihr seid tolle Feunde." Er gab mir mein Handy und küsste mich: ,,Endweder sie sind keine richtigen Freunde, oder sie sind neidisch. Also Kopf hoch."
Fortsetztung folgt :D
Feedback nicht vergessen :*
Donnerstag, 2. August 2012
Teil 10 [Freitag]
,,Nerv mich nicht." sagte ich, als Basti mich zum Aufstehen animieren wollte. Er lachte kurz und gab mir einen Kuss auf die Wange. Ich hörte wie sich seine Schritte von mir entfernten und ich fiel wieder in den Halfschlaf. Ich hatte diese Nacht auf der Couch geschlafen, da ich beim Film gucken eingeschlafen war, ob Basti in seinem Zimmer geschlafen hatte, wusste ich nicht, weil er schon früher wach war, als ich. Basti kam wieder ins Wohnzimmer und schaltete den Fernsehr an.
Im Anschluss des Lärmes den Basti veranstaltete, indem er die Fernbedienung fallen lies, riss ich meine Augen auf und starrte Basti erschrocken an. ,,Tut mir leid. Ich wollte dich nicht wecken." Basti setzte ein planloses Lächeln auf. Ich setzte mich hin und starrte verträumt auf den Fernsehr. Ich hatte nicht drauf geachtet, was sich Basti für eine Sendung ansah, dafür war ich noch zu müde.
,,Wo du schon wach bist. Warte mal eben." Mit seinen funkelden Augen sah er mich an und ging in die Küche. Es roch nach Essen, wonach genau konnte ich nicht definieren. Nach ein paar verträumten Minuten kam Basti wieder und nahm mich an die Hand: ,,Komm mit." Ich stand auf und das erste was ich machte war hinfallen. Ich lag auf dem Boden und grinste vor mich hin: ,,Oh man." Ich sah Basti zu wie er sich amüsierte. Nach einiger Zeit hiel Basti mir, immernoch breit grinsend, seine Hand hin. Ich schlug leicht gegen sie und stand selbstständig auf. ,,Jetzt brauch ich deine Hilfe auch nicht mehr." lachte ich. ,,Du hättest mich auch festhalten können." stupste ich ihn von der Seite. Er lachte noch einmal kurz und griff dann wieder nach meiner Hand. Wir gingen zusammen in die Küche und Basti zog einen Stuhl vom Tisch: ,,Setz dich." Ich setzte mich und kurz darauf stellte Basti einen Teller vor mich hin, auf ihm lag ein Spiegelei, aber nicht irgendeins. Es war ein Spiegelei in Herzform: ,,oooooh." staunte ich und sah Basti mit aufgerissendem Mund an. Sein ganzes Gesicht strahlte. Die Überraschung war ihm aufjeden fall gelungen. ,,Du bist so süß." sagte ich zu Basti, der dazu nichts zu sagen hatte.
Ich fing an zu essen und dass Basti mich dabei genau beobachtete entging mir nicht. Ich sah auf mein Teller und musste plötzlich grinsen. ,,Was ist los?" wurde ich gefragt. ,,Du guckst mich so süß an." antwortete und aß weiter.
,,Willst du nichts essen?" fragte ich Basti im Anschluss. Er antwortete mir, dass er schon länger wach war und schon gegessen hatte. Ebenfalls wurde ich von ihm gefragt, ob ich noch etwas zuessen haben wolle, aber ich verneinte diese Frage, da ich in letzter Zeit nie richtig viel Hunger hatte. Wir standen auf und Basti fing an zu erzählen: ,,Ich hab dir im Badezimmer ein Handtuch und so hingelegt, falls du duschen möchtest." Ich bedankte mich bei ihm und fragte, ob es für ihn okay wäre, wenn ich jetzt sofort duschen gehen würde. Er sagte, dass es kein Problem für ihn wäre und so ging ich ins Bad. In der Zeit, in der ich duschen war, räumte Basti das Geschirr in die Spühlmaschine und chillte sich dann auf die Couch um Fernsehr zu gucken.
Fertig mit duschen und umziehen, ging ich aus dem Bad. Im Wohnzimmer stehen, erwartete mich Basti, der sagte, als er seine Jogginghose und den gelben Adidas-Pullover an mir sah: ,,Hat ja schon style." Lachend ging ich zu, bedankte mich lächelnt und gab ihm einen Kuss. ,,Was wollen wir heute machen?" sprach er mich an. ,,Weiß nicht. Wozu hast du Lust?" Strahlend sah Basti mich an: ,,Ich hab da so ne Idee." Beeistert starrte ich ihn an: ,,Und die wäre?" Basti stupste mit auf die Nase: ,,Das bleibt eine Überraschung." Er ging an mir vorbei und sagte, dass ich mitkommen solle. Das tat ich und ging nach Basti in sein Zimmer. Ich setzte mich auf Basti's Bett und träumt vor mich hin. Basti fing an in seinem Zimmer nach etwas zu suchen. Kurz drauf hatte er eine Tasche in der Hand, in der er eine Kuscheldecke und andere Sachen steckte: ,,Was wird das?" fragte ich Basti lachend. Basti wandte seinen suchenden Blick zu mir: ,,Warte es doch einfach ab und komm mit." Ich sprang vom Bett auf und rannte Basti hinterher. Basti betrat die Küche. Ich dagegen wartete an der Tür und sah Basti, wieder mal, zu was er alles in die Tasche packte. Er wühlte in ein paar Schränken rum und legte dann jede Menge Süßigkeiten in die Tasche, dann packte er noch etwas Trinken, was er aus dem Kühlschrank genommen hatte, ein und ging mit mir zum Eingangstür. Wir zogen uns die Schuhe an. Basti öffnete die Tür und wollte rausgehen, als ich ihm an die Hand packte und fragte: ,,Ich soll mit den Anziehsachen rausgehen?" Basti grinste mich breit an und machte mir ein Kompliment: ,,Du siehst damit schön aus." Ich sah ihn beleidigt an und sagte: ,,Haha, witzig. Hast du mich mal angeguckt?" Er versuchte mich nach drauße zu ziehen: ,,Du siehst gut aus und jetzt komm!" Aber ich weigerte mich mitzukommen, woraufhin Basti mich nach draußen trug. Ich war in der Zeit damit beschäftigt zu schreihen: ,,Ey, lass mich los, du Dummkopf."
An der Straße lies Basti mich los, was ich als Chance ergreifen wollte, um zurück zum Haus zulaufen. ,,Vanessa!" sagte Basti und packte mich am Arm. Ich sah ihn unschuldig an und Basti erklärte mir etwas: ,,Du siehst wunderschön aus, egal was du an hast. Außerdem wären viele neidisch, weil du meine Sachen anhast. Jetzt stell dich nicht an und komm mit."
Also zwang ich mich mit Basti's Klamotten durch die Weltgeschichte zu laufen und mich zu blamieren. 'Ich seh aus wie ein Junge." sagte ich leise, als wir an einer Bushaltestelle auf einen Bus warteten. ,,Du bist anstrengend, weißt du das?" sagte mir Basti. Ich setzte einen 'Tut mir leid'-Blick auf und sah Basti an, daraufhin musste er lachen.
Wir stiegen in einen Bus ein und fuhren und fuhren, wohin wusste ich immernoch nicht: ,,Basti, mach es doch nicht so spannend. Wo wollen wir hin?" Er sah mich hin der Seite an: ,,Du brauchst es garnicht versuchen, ich sag es dir nicht. Das einzige was ich dir sagen kann ist, dass es noch ein paar Stunden dauert."
Nach einiger Zeit sah ich Basti an: ,,Dann unterhalte mich wenigstens." Erst war ich ziemlich verwirrt, weil Basti ohne etwas zu sagen sein Handy raus holte und irgendetwas damit machte. Dann aber hielt er mir das Handy und Kopfhörer hin. Ich steckte mir die Köpfhörer in die Ohren und kurz darauf startete das Video, dass auf dem Bildschrim erschien.
Ich sah mir das Video an. Woher hatte Basti gewusst, dass ich das Video noch nicht kannte? Es ging um Basti, denn es war seine erste Single , soviel wusste ich, aber das Video hatte ich mir noch nie angeguckt. Ich versuchte mich in ihn reinzuversetzten. Wie gerne ich auch mal auf einem Steg sitzten und einfach vormich hinsingen würde.
Das Video war zuende, ich zog mir die Kopfhörer aus den Ohren: ,,Wow." ich lächelte ihn an. Als ich ihn aber fragte, wer das Mädchen im dem Video sei, da verschwand mein Lächeln. 'Es ist irgendjemand. Ich kannte sie nicht mal richtig. Sie ist eine, die in vielen Musikvideos mitspielt. So eine Art Schauspielerin." erklärte Basti und küsste mich. ,,Im Vergleich zu dir ist sie niemand." Ich schenkte Basti ein Lächeln und der Bus hielt an. Ich wurde von Basti aus dem Sitz gezerrt: ,,Wir müssen hier raus." ,,Is ja gut." antwortete ich und flüchtig hüpfte ich aus dem Bus.
,,Und jetzt?" fragte ich und sah mich um. Basti sah sich einen Busplan an und antwortete: ,,Wir müssen eine Weile warten und dann den nächsten Bus nehmen."
Der nächste Bus, der an der Bushaltestelle hielt war unserer, wir stiegen ein und suchten uns einen freien Platz. Kaum saßen wir auf unseren Plätzen, legte ich meinen Kopf auf Basti schulter und schlief ein. Ich weiß nicht wieso ich so müde war, aber schlafen schadet ja nicht.
,,Psst." flüsterte Basti mir zu und bewegte seine Schulter. Ich sah ihn fragend an: ,,Wir müssen jetzt gleich aussteigen."
Basti führte mich viele Straßen entlang. Die Sonne knallte auf mich, ich hatte Durst und wir war unendlich heiß. Nachdem ich mich bei Basti beschwert hatte, gab er mir den Vorschlag, auf den ich eigentlich auch selber hätte kommen können, den Pulli auszuziehen. Ich packte den Pullover in die Tasche, die Basti auf dem Rücken trug und gab ein überraschtes 'Hey' von mir. Basti grinste mich an, als er sah, dass ich auf sein T-shirt, das ich anhatte, zeigte. Er wusste, dass ich gemerkt hatte, dass es genau das T-shirt war, was er auch beim Videodreh von Hard to love you anhatte.
,,Wie lange noch?" quängelte ich, wie ein Kleinkind, nachdem wir schon zich Straßen abgebogen waren. ,,Jetzt gleich." gab Basti mir zur Erklärung. ,,Du musst mir jetzt vertrauen. Mach deine Augen zu und nimm meine Hand." sagte er zum weiteren.
Wir gingen noch eine Weile, ich schätze fünf Minuten, eine Straße entlang. Wo wir waren, konnte ich nicht sehen, da ich Basti's Befehl befolgt hatte und jetzt Hand in Hand mit ihm, mit geschlossenen Augen, irgendwo herschlenderte.
Plötzlich fühlte ich etwas weiches unter mir. ,,Basti, wo sind wir?" lachte ich. Dass er grinste, hörte ich am sprechen: ,,Das wirst du gleich sehen." Basti machte eine Pause und redete dann weiter. ,,Eigentlich hatte ich bei diesem Wetter mehr Menschen erwartet, aber hier ist ja kaum jemand." Ich blieb stehen, meine Augen immer noch geschlossen: ,,Sind wir an einem Strand, Basti?" Er zog an mir und sagte: ,,Psst, sei leise und komm mit." Ich war leise und folgte ihm weiterhin. ,,Achtung. Nicht erschrecken." warnte mich Basti und führte mich auf einen hölzernen Untergrund. ,,So, jetzt darfst du deine Augen aufmachen, aber langsam!" erklärte mir Basti, nachdem er mich gestopt hatte und jetzt hinter mir stand. Still sah ich mich um. Ich schaute in alle Richtungen. Weit und breit war keiner zusehen. Wir waren ganz alleine. Nur Basti und ich. ,,Womit hab ich das verdient und womit hab ich dich verdient?" staunte ich und drehte mich anschließend zu ihm um. ,,Du musst dir in deinem Leben nicht alles verdienen, machmal kommt das Schicksaal und schmeißt dir das Glück vor die Füße. Ob du es aufhebst und in deinem Leben verwendest ist deine Sache." Ich grinste Basti an: ,,Ich weiß nicht wo du immer so spontan diese süßen Sprüche hernimmst, aber wo du recht hast, hast du recht." Ich sah ihn eine Weile an und dachte nach, dann erklärte ich ihm: ,,Alleine hätte ich es nicht geschafft. Du hast mir dabei geholfen, mein Glück anzuwenden." Basti schänkte mir einen verliebten Blick und setzte seinen Rucksack ab. ,,Setz dich doch." sagte Basti. Er lies sich sinken und sah zu mir hoch. Ich lies mich ebenfalls auf den Steg sinken und zog mir meine Schuhe aus. ,,Was machst du?" fragte mich Basti. Ich sah Basti mit schrägem Kopf an: ,,Du schleppst mich hier hin und fragst mich, was ich mache, wenn ich mir die Schuhe ausziehe? Basti,guck mal vor dich. Da ist Wasser." Lachend hielt ich meine Füße ins Wasser. ,,Sorry, ich hab mich nur gefragt wieso du dir die Schuhe ausziehst,wenn du gleich sowieso mit allen Klamotten im Wasser landest."
,,Ich wahne dich. Wehe du schmeißt mich rein. Du wirst es bereuen, das schwör ich dir." lachte ich und rutschte von Basti weg. ,,Bleib da, meine Güte." lachte ich, weil Basti nachrutschte. ,,Nö." lachte Basti zurück und versuchte mich ins Wasser zuschupsen. ,,Ey. Verpiss dich." sagte ich ernst und schupste ihn weg. Ich stand auf und entfernte mich einen Schritt von Basti. ,,Bist du jetzt wirklich sauer?" sah mich Basti mit großen Augen an. ,,Nö." lachte ich und schubste ihn ins Wasser. ,,Gehts? Oh mein Gott, Vanessa." rief Basti und schwung sich wieder auf denn Steg. ,,Guck mich doch mal an." lachte er und wrang sein T-shirt aus, was er ausgezogen hatte. ,,Du wolltest mich reinschmeißen und heulst jetzt rum." lachte ich und setzte mich hin. Basti erklärte mir, dass er mich doch nie im Leben ins Wasser geschmissen hätte. ,,Sah eben aber ganz anders aus." erwiderte ich. Nichts ahnend stellte sich Basti neben mich, als er aufeinmal sein T-shirt über mir auswrang. ,,Warte mal kurz." lachte ich und sah auf mein Handy. ,,Was ist denn los?" Basti setzte sich neben mich und wühlte in seinem Rucksack. ,,Meine Mutter hat mich angerufen und mir ne sms geschickt. Ich hab voll vergessen der zu sagen, wo ich bin." Basti sagte, dass ich es jetzt tun sollte. Ich schrieb meiner Mutter eine kurze sms, dass es mir gut geht und dass ich bei Basti wäre. ,,Hunger?" fragte mich Basti und hielt mir Kekse hin. ,,Bei Kekse brauchst du mich nicht fragen,ob ich hunger habe, die ess ich auch mit vollem Magen." lachte ich und nahm mir einen Keks. ,,Warte mal eben." sagte Basti, nachdem er sein Handy aus der Tasche geholt hatte. Er nahm den Anruf an und meldete sich: ,,Hallo?" er sah mich verwirrt an und sprach dann nochmal: ,,Wäre echt nett wenn du mit mir reden würdest." Ich hörte nicht was der jenige an der anderen Leitung sagte, aber Basti machte mir klar wer mit ihm sprach. ,,Wieso bist du so aufgeregt und wer bist du?" fragte Basti. ,,Welche Lisa?" fragte er, als ich mir gerade einen Keks aus der Packung nehmen wollte, aber meinen Arm wieder zurück zog. Ich biss mir auf die Lippen und dachte Basti nicht mehr an. Er kannte also doch keine Lisa?
,,Ich muss auflegen. Könntest du bitte meine Nummer löschen?" sagte Basti und legte auf. Mein einziger Gedanke war, dass ich einfach so tun müsste als wär garnichts passiert. Ich setzte einen grinstenden Blick auf und nahm mir einen Keks. Unbewusst kaute ich vor mich hin und dachte an Lisa. Dabei merkte ich nicht, dass ich scheinbar nicht gerade angebracht guckte. ,,Kennst du eine Lisa?" fragte mich Basti.
Schnell sah ich zu ihm rüber und schüttelte lachend meinen Kopf. ,,Wieso hast du dann so geguckt?" Ich ging mit einer Hand durch meine Haare und fragte anschließend: ,,Wie soll ich denn geguckt haben?" Basti machte es vor und fing dann an zu lachen. ,,Genau so hast du geguckt." Ich wurde von Basti's Lache angesteckt. Kurz darauf kam mir der Gedanke, dass ich Basti die Wahrheit sagen müsse,selbst wenn Basti nicht drauf kommen würde, dass ich was mit der Sache zutun habe, würde ich Schuldgefühle haben. ,,Ehm Basti? Die Lisa da. Du kennst die nicht oder?" Basti sah mich an, als hätte ich nicht in seiner Sprache gesprochen: ,,Wieso? Ist doch egal wer das war.Interessiert mich auch nicht wirklich. Aber ich hasse es, wenn irgendwelche Leute meine Nummer weiter geben." Ich sah ihn änstlich an: ,,Bist du sauer auf die, die deine Nummer weiter geben?" Basti verstand in diesem Augenblick nicht sehr viel. ,,Nein, keine Ahnung. Kommt drauf an, wer es ist." Ich lächelte aufgesetzt und sagte leise: ,,Ich wars." Basti sah mich so an, als hätte ich ihm gerade gestanden dass ich schwanger wär oder sowas in der Art. ,,Es tut mir leid. Sie hat gesagt, dass sie eine Freundin von dir ist und hat mir so eine Geschichte aufgetischt und dann hab ich ihr eben deine Nummer gegeben." Auf unerwartende Weise sprang Basti auf und fragte mich: ,,Ist dir heiß?" Ich sagte ihm, dass es in der Tat so sein, als Basti auf einmal rief: ,,Rache ist süß!" Er hob mich hoch und schmiss mich samt Anziehsachen ins Wasser. ,,AAAAAAAAAAAAAH." War das einzige was ich zu stande brachte bevor ich baden ging. ,,Bist du Bekloppt?" fragte ich ihn und versuchte mich aus dem Wasser zu retten. ,,Ich hab dich sogar indirekt vorgewahnt." lachte er und drehte sich weg.
Langsam näherte ich mich ihm Basti und umarmte ihm von hinten. Erschrocken versuchte Basti sich zu befreien, aber ich klammerte mich an ihn. ,,Das hast du davon." lachte ich und wischte mein Gesicht an seinem Rücken ab. Ich lies ihn los und fing ohne Grund an zu lachen. Ich lies mich auf den Steg fallen und legte mich auf den Rücken: ,,Ich kann nicht mehr." Basti sah mich von oben an, er hatte einen Blick drauf, der so aussah als wollte er mich fragen, warum ich lache. Ich zuckte mit den Schultern und setzte mich hin. ,,Bist du high?" wurde ich von Basti gefragt. Ich nahm einen Keks in die Hand und warf Basti damit ab: ,,Haschkekse sind gut, Herr Wurth." Jetzt lachte auch Basti. ,,Ihre sogenannten Haschkekse sind zum essen da, also bitte ich sie mich nicht damit abzuwerfen, Frau Wurth." Ich guckte verwundert: ,,Wurth?" Basti setzte sich neben mich: ,,Wenn wir heiraten, musst du auch meinen Namen annehmen." Lächelt sah ich ihn an: ,,Mit dem größten Vergnügen. Du weißt was man macht wenn man heiratet?" Basti sah mich so an als wüsste er es nicht. Meine Blicke wechselten solange zwischen Augen und Lippen bis Basti mich verstand und mich küsste. Er löste sich von mir: ,,Ich liebe dich." Ich sah ihm in die Augen, lächelte und wir müssten uns zum wiederholten Mal. ,,Ich dich auch." Nur einige Zentimeter entfernt von einander schauten wir uns an. Ich hatte bisher nicht viel von dem Spruch 'Blicke sagen mehr als Worte' gehalten, aber in dem Augenblick wurde mir klar, dass es wahr war. Ich brauchte nur in Basti's Augen zugucken und sah, dass es stimmte was Basti mir sagte. Er liebte mich wirklich. Mein Handy fing an zu klingeln, aber ich regte mich nicht. ,,Willst du nicht dran gehen?" fragte mich Basti. Ich holte das Handy aus meiner Hosentasche, warf einen Blick drauf und legte es verkehrt herum auf den Steg: ,,Nein, möchte ich nicht." Basti fragte nicht weiter nach, wieso ich das nicht tat. Worüber ich auch glücklich war. Ich wurde stattdessen von ihm gefragt, ob ich Durst hätte. Er schenkte uns Eistee ein. Mit ehrlichem Interesse fragte ich ihn: ,,Wie viele Freundinnen hattest du eigentlich schon?" Er sah mich, schon fast erschrocken, an: ,,Also wenn du in einer festen Beziehung meinst, dann zwei. Du?" Ich grinste ihn an: ,,Drei. Aber die erste war eher eine Kinderbeziehung. Das war in der vieren Klasse. Ich weiß nicht ob das zählt." Basti fing leise an zu lachen: ,,Du hattest also drei Freundinnen? Aha. Bin ich also eine Alibibeziehung, dass nicht auffällt, dass du auf Frauen stehst?" Erst wusste ich nicht was er von mir wollte, aber dann versuchte ich mich zu verteidigen: ,,Nein, nein, nein, nein! Ich meinte natürlich Freund." Lachend sah ich in den Himmel. ,,Machst du das auch mal mit mir, Schatz?" ,,Hä? Was soll ich mit dir machen?" Ich zeigte auf den Heißluftballon der über uns flog: ,,Na das." Basti sah mich von der Seite an, das sah ich im Blickwinkel. Erst schüttelte er den Kopf und dann nickte er. Er öffnete den Mund als wollte er was sagen und genauso schloss er ihn wieder. Ich fing an zu grinsen, immernoch in den Himmel guckend fragte ich ihn, ob er Höhenangst habe. ,,Öhm, nö." war das einzige was er dazu sagte. ,,Doch hast du." lachte ich und bettelte ihn an: ,,Komm schon. Bitte, bitte, bitte." Basti sah mich mit schrägen Kopf auf, lächelte und sagte: ,,Mal sehen." ,,Das heißt sowieso nein!" lachte ich und machte einen Schmollmund. Dazu sagte Basti nichts mehr, was für einen kleinen Augenblick Ruhe sorgte. Ich sah mir die Gegend an und genoss die schöne Sommerluft. Mir fiel ein, dass ich zuvor bei Leona war, was dazu führte, dass ich an meinen Geburtstag erinnert wurde. Das wiederum brachte in Erinnerung, dass ich die Einladungen bei ihr vergessen hatte. ,,Kommst du eigentlich zu meinem Geburtstag?" fragte ich Basti. Ich lies ihn keinerlei wärme in meiner Stimme spüren. Da ich nicht zu Basti rüber sah wusste ich nicht, ob Basti mich an sah oder mit etwas anderem beschäftigt war: ,,Wenn du mir verrätst wo und wann, dann komme ich. Ich wüsste nämlich nicht, wieso ich nicht kommen sollte." Ich sagte ihm, dass die Party, am Samstag, bei mir Zuhause steigen wird. Es dauerte einige Sekunden bis Basti zu Wort kam: ,,Ist bestimmt toll für dich zu wissen, dass du Sechzehn wirst. Also ich hab mich tierisch über meinen sechzehnten gefreut und bin anschießend auch richtig ausgerastet." Ich sah Basti an, aber ich vermied es zu lächeln: ,,Ich freu mich auch auf meinen Geburtstag, aber sicherlich nicht so doll wie du dich gefreut hast. Es ist schön wieder alle Freunde zu sehen, aber sonst ist der Geburtstag wie jeder andere auch." Basti lachte kurz und fragte mich dann, welcher normale Mensch sich nicht über seinen sechzehnten Geburtstag freut. Das war aber nicht alles was er sagte: ,,Hallo? Schatz, wach auf. Du wirst Sechzehn!" Die Betonung lag auf Sechzehn und er wiederholte es nocheinmal: ,,Sechzehn!! Du darfst soviel machen, was du vorher nicht durftest. Ich komm nicht auf dich klar." Leicht angenervt sagte ich: ,,Ja, ich hab es verstanden, aber nur weil ich sechzehn werde heißt das nicht, dass ich mich jetzt besaufe. Vielleicht ist das dein Ding, meins auf jeden Fall nicht und überhaupt hab ich keine Lust sechzehn zu werden." Basti sah mich mit zuckenden Schultern an und schüttelte den Kopf: ,,Ich hör lieber auf dich zu verstehen. Das endet noch im Streit." Ich wollte ihm zustimmen, als mein Handy erneut anfing zu klingeln. Ich sah nicht hin und nahm es auch nicht in die Hand um dran zugehen oder um zu gucken, wer anrief, denn die Antwort kannte ich bereits. ,,Geh doch ran. Mich stört es nicht, wenn du eben telefonierst." erklärte Basti mir, doch ich schüttelte den Kopf und nahm meinen Becher, um etwas zu trinken. Aufeinmal griff Basti nach meinem Handy. Meinen Becher lies ich fallen und versuchte ihm das Handy weg zu nehmen. Ich schlug auf Basti's Hand und zog an dem Handy. ,,Was ist bitte in dich gefahren?" wurde ich gefragt. ,,Dich hat einfach nicht zu interessieren, wer da dran ist." Basti sah mich begriffsstutzig an: ,,Du vertraust mir nicht mal an, wer dich anruft? Vertraust du mir dann überhaupt?" Ich sah ihn traurig an. ,,So hatte ich das doch nicht gemeint. Natürlich vertraue ich dir, nur.." an der Stelle wurde ich von Basti unterbrochen: ,,Geh verdammt nochmal ans Handy oder ich schmeiß es ins Wasser." Es war nicht mein Ziel, dass Basti meinetwegen sauer war, aber manchmal macht man aus der Situation raus etwas falsch. Ich zögerte ein wenig und sah zu Basti rüber. Er kochte förmlich vor Wut. Er sah traurig, gereizt und wütend gleichzeitig aus. Ich stand auf und ging an mein Handy, weil ich Schlimmeres vermeiden wollte. Ich wollte immer noch nicht mit dem sprechen, der mich anrief, aber ich tat es Basti zu liebe. Ich hatte mich einige Meter von Basti entfernt und meldete mich mit einem nicht gerade freutlichen: ,,Hallo?" Von meinem Gesprächspartner wurde ich zu getextet. Ich hörte ihn garnicht richtig zu. Ich sah immer wieder zu Basti rüber und dachte darüber nach, ob Basti sehr sauer war oder ob er einfach überreagiert hatte. Aufeinmal dröhnte ein lautes: ,,MEINE GÜTE, ANTWORTE MIR DOCH!" in mein Ohr. Ich zuckte vor Schrecken zusammen und stotterte irgendetwas vor mich hin, das trug zur Folge, dass ich erneut angemacht wurde: ,,Jetzt rede mit mir. Ich will dich zurück, Vanessa. Komm zu mir und wir reden nochmal über alles. Es tut mir leid, Schatz." Ich war erschrocken: ,,Hör auf mich Schatz zu nennen. Es ist vorbei, versteh es doch einfach und nein, ich komm nicht zu dir und du wirst auch nicht zu mir kommen. Bleib da wo du bist und ruf mich nicht mehr an. Ich kann mein Leben auch gut ohne dich leben." Ich hatte gehofft, dass Basti nichts von dem Gespräch mit bekam, aber darüber konnte ich nicht lange nachdenken, da ich wieder angeschriehen wurde: ,,Meinst du, du kannst machen was du willst, wenn du meine Freundin bist?" Ich musste mich mit meiner Wut zurück halten, damit Basti weiterhin nichts mitbekam: ,,Max, ich WAR deine Freundin, also lass mich gefälligst in Ruhe." Ich musste mir anhören, was ich für eine Schla*** wäre und dass ich dran Schuld bin, dass Max früher Schluss gemacht hatte, als ich schlecht drauf war, weil meine Oma gestorben war. ,,Du hast bestimmt einen Neuen, mit dem du rummachst und wenn es dir zuviel wird, dann gehst du wieder, stimmts?" Ich hielt mir die Hand vor den Mund und Tränen rollten über meine Wangen. ,,Wieso machst du das? Lass mich in Ruhe." Ich schluchste, was ich lieber vermieden hätte. Basti drehte sich ruckartig zu mir um, stand auf und kam auf mich zu. Basti nahm mir vorsichtig mein Handy aus der Hand und hielt es an sein Ohr. Er sagte nichts, anscheid hörte er zu, was Max vor sich her stammelte, aber aufeinmal meldete er sich zu Wort: ,,Hör mal. Du brauchst dich hier nicht wie der Obermacker aufführen und so tun, als würden dich alle Mädchen anhimmeln. Geh einfach dahin wo du hergekommen bist und lass Vanessa inruhe." Er legte auf und nahm mich in den Arm: ,,Es tut mir leid." Ich schaute ihn an: ,,Du brauchst dich nicht endschuldigen, du kannst nichts dafür." Basti drückte mir einen Kuss auf die Lippen: ,,Ich hab dir aber gesagt, dass du ans Handy gehen sollst und ich war nicht da, als er dich beleidigt hat und egal was er sagt, es stimmt nicht. Du bist das wunderbarste Mädchen, dass ich kenne." Wieder schluchtste ich auf und drückte mich fest an Basti.
,,Schwimmen?" sagte ich nachdem ich mich wieder beruhigt hatte und lächelte ihn an. Er lächelte zurück und begann sein T-shirt auszusiehen. Ich nahm Basti's Hand und wir stellten uns an den Stegrand. Ich sagte ungläubig: ,,Du springst sowieso nicht." Basti sah mich lachend an: ,,Und was ist wenn ich das wirklich nicht tu?" Mit einem Schmollmund sah ich ihn an. ,,Okay, okay. Ich springe, wenn du springst." versprach mir Basti. Zusammen zählten wir bis drei.
,,Oh man, Basti!!" rief ich Basti zu, der lachend auf dem Steg stand. ,,Jetzt bist du mir was schuldig." ermahnte ich ihn. Ich stieg auf den Steg und stellte mich vor Basti: ,,Siehst du den Unterschied? Ich bin Nass und du Trocken. Wo liegt der Fehler, mein Freundchen?" lachte ich und stämmte meine Hände in die Hüfte. Basti redete mit mir und er gab mir zwischen jedem Wort ein Kuss: ,,Es-tut-mir-leid-Schatz." Ich grinste kurz und schüttelte anschließend meinen Kopf, was bedeuten sollte, dass das für eine Entschuldigung nicht reichte. Daraufhin stellte Basti sich an den Rand vom Steg, so dass sein Rücken zum Wasser zeigte und streckte die Arme aus: ,,Los, schups mich." Ich ging ein Schritt zurück: ,,Nein, werde ich nicht." Basti sah mich verwirrt an und ich setzte fort. ,,Du ziehst mich dann mit rein, ich kenn dich. Tja, mein Lieber, ich hab dich durchschaut." Basti kam breit grinsend auf mich zu und hielt mich fest: ,,Dein Talent mich zu durchschauen hat dir in diesem Fall aber nicht viel gebracht." Er schliff mich mit zum Rand und lachte: ,,Luft anhalten, sonst wirds unangenehm." Basti zählte leise bis drei und sprang mit mir ins Wasser. ,,Haha, du bist doch doof." sagte ich und wollte mich an Basti festklammern, der aber schwamm vor mir weg. ,,Du bist aber ein Styler!" lachte ich, was Basti natürlich wieder mal nicht verstand und ich machte ihm nach. Ich sah nach links und drehte meinen Kopf dann schwungartig nach recht, sodass alle meine Haare in meinem Gesicht hingen. Basti lachte mich aus und sagte, dass er das viel besser könne. Basti spritzte mich mit Wasser voll, was er natürlich zurück gekam. Ich schwomm zu Basti, der ein paar Meter von mir weg war. ,,Du bist blöd, dumm, unhöflich und unbeliebt, vorallm bei mir und trotzdem liebe ich dich." grinste ich hinterhältig. ,,Oh, danke dass du mich liebst, dass kann man nach deinen vielen Komplimenten sichtlich besser glauben." lachte Basti und küsste mich. Ich lachte mit ihm und klärte ihn dann auf: ,,Also dass du dumm bist, das stimmt in gewisser Weise ja schon, aber das andere war gelogen." Ich sah ihm breitgrinsig an und Basti fragte mich, weshalb er dumm ist: ,,Warum das denn? Der schlauere von uns beiden, bin ja wohl ich." Ich zog eine Augenbraue hoch und lachte: ,,Erinnerst du dich an die Zettel die du geschrieben hast und an die Rechtschreibfehler?" Er sagte mir, dass wir uns auf den Steg setzen sollten, bevor wir weiter reden konnten. Nachdem wir uns nebeneinander gesetzt hatten, sodass wir unsere Füße ins Wasser halten konnten, fing Basti erneut an zu reden: ,,Schätzchen, ich glaub kaum, dass du besser hättest schreiben können, in meiner Situation." Er sah mich leicht lächelnd an und nahm meine Hand in seine. ,,Und ob ich das gekonnt hätte!" lachte ich ihn und stellte ihm die Frage, die ich ihm schon länger stellen wollte: ,,Was hast du eigentlich in deinem Zimmer gemacht?" Er löste seine Hand von meiner und legte sie auf seinen Schoß. Er sah unentschlossen zu mir rüber: ,,Damals wusste ich nicht wie ich handeln sollte. Ich wollte dich zwar bei mir haben, aber ich wusste nicht wie ich mit dir umgehen sollte. Meine Stimme war sowieso schon angeschlagen, weil ich sie zu belastet war, aber dass du auch noch bei mir aufgekreuzt bist, dass war echt hart für mich und wo die anderen Symtome herkommen, dass lag wohl am Stress und deswegen bin ich in mein Zimmer geflüchtet, aber das ist jetzt auch egal. Es ist vorbei, mir geht es gut und alles ist super." Er lächelte mich an und gab mir einen Kuss.
Wir setzten uns auf die Decke und ich bediente mich an allem was sich darauf befand. Ich trank Eistee und aß ein paar Kekse . Basti hingegen saß einfach nur da und schaute durch die Gegend. Ich fragte ihn zwischendurch, ob er auch einen Keks möchte und bot im Trinken an, aber nichts nahm er an. ,,Ist irgendwas los?" fragte ich Basti mit vollem Mund, dafür entschuldigte ich mich, nachdem ich aufgekaut hatte. Er sagte mir, dass er einfach nur etwas müde sei und sich gerade Gedanken darüber machte, wo wir schlafen sollten.
,,Mir ist kalt." sagte ich, während ich den letzten Keks verdrückte. Basti holte den Pulli aus der Tasche und gab ihn mir: ,,Zieh den doch an." Ich stellte mich hin und tauschte mein nasses T-shirt mit dem Pullover und legte das T-shirt auf den Steg in die Sonne. Danach kuschelte ich mich an Basti, der sich in den Rest Sonne gelegt hatte. ,,Wir schlafen einfach hier." warf ich irgendwann ein und genoss die letzten Sonnenstrahlen, die über das Meer schienen. Nach einiger Zeit erhob ich meinen Kopf von Basti's Brust und schaute zu ihm hoch, anschließend grinste ich, da er schon eingeschlafen war. Ich legte meinen Kopf wieder auf Basti und schlief genüsslich ein.
Dienstag, 31. Juli 2012
Teil 9 [Donnerstag]
Ich war nur noch im Halbschlaf, als sich die Tür öffnete und eine Ärztin ins Zimmer kam. Sie stellte das Frühstück auf den Tisch. ,,Ich wecke ihn gleich." sagte ich verschlafen, da ich aus eigener Erfahrung wusste, dass die Ärzte, die das Essen brachten, immer wollten dass man sofort aufsteht und isst. Sie lächelte mich an und ging wieder. ,,Psst Basti." sagte ich und richtete mich auf. ,,Du musst aufstehen." Ich stieg vom Bett und ging zum Tisch. Ich dachte mir, dass es noch etwas dauern würde, bis Basti richtig wach war und so schnitt ich das Brötchen und belegte es mit Käse. Mit dem Tablett ging ich zum Bett und setzte mich auf den Stuhl: ,,Morgen Basti." sagte ich, als ich sah, wie er die Augen aufmachte. Basti nickte und lächelte mir zu. Ich drückte den Knopf, mit dem man das Bett so verstellte, sodass Basti halbwegs aufrecht saß, um essen zu können. ,,Wie gehts dir eigentlich heute?" fragte ich mit einem breiten Grinsen und reichte ihm das Tablett. Basti nickte und grinste zurück. ,,Achso, hast du schonmal versucht zu reden?" lachte ich ihn an. Dadurch, dass ich lachen musste, steckte ich Basti an und schon daran merkte ich, dass es seiner Stimme schon besser ging. ,,Ne, hab ich bis jetzt noch nicht, aber es geht wieder einigermaßen." lächelte er. Worauf ich antwortete: ,,Ja, das hör ich. Schmeckts denn?" Basti's Stimme hatte sich übernacht ausgeruht. Er konnte wieder lauter reden, aber seine Stimme klang rauh.
Unerwartet öffnete sich die Tür. Basti und ich schauten sofort hin. Vor uns stand der Chefarzt und erklärte mehr oder weniger uns, also eher Basti, dass er heute nach hause könne. Er sagte, dass er vermutlich zwischen halb zwölf und zwölf das Krankenhaus verlassen könne und anschließend verließ er den Raum. ,,hm. Darf ich dich was fragen?" stimmte Basti ein Gespräch an und schluckte den letzten Bissen runter. ,,Klar?" Ich guckte Basti an, ich wusste, dass jetzt irgendetwas käme, was unangenehm ist. Basti sah mich an, machte den Mund auf, um anzufangen zu reden, doch er schloss ihn wieder. Ich senkte meinen Kopf und spielte mit meinen Fingern: ,,Du willst über gestern reden, stimmts?" fragte ich mit einer leicht traurigen Stimme. ,,Darf ich denn mit dir drüber reden, ohne dass du weinst?" fragte er. Er stellte seine Stimme so leise, dass sie sich sogar völlig gesund anhörte. ,,Ich kann nichts versprechen, aber wenn es dich stört, wenn ich weine, sollten wir das Gespräch hier beenden." Sah ich ihn ungewiss an. ,,Dann fang an zu erzählen." sagte er, was mir zu verstehen gab, dass es ihm gleich war, wenn ich meine Gefühle zeigte: ,,War es eigentlich leicht für dich, nach Dsds ein anderes Leben zu führen?" fragte ich, bevor ich anfing zu erklären, was gestern mit mir los war. ,,Was verstehst du unter einem anderen Leben? Ich bin der Basti, der ich vorher auch war und viel hat sich für mich nicht geändert. Ich werd' zwar auf der Straße öfters erkannt und ich gebe Konzerte, aber ich habe auch ein Privatleben und das ist genau so wie es vor Dsds auch war, aber was hat das mit dir zutun?" Ich sah auf die hässlich gestreifte Krankenhausdecke und fing an zu erzählen: ,,Es hat so einiges mit mir zutun." Ich warf einen kurzen Blick zu Basti, aber dann starrte ich, aus welchem Grund auch immer, wieder auf die Bettwäsche und setzte fort. ,,Ich hab gestern gesagt, dass ich Angst habe. Ich habe davor Angst, was sich in meinem Leben ändern wird, wenn ich mich auf dich einlasse. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Veränderung, aber.." ,,Aber?" wurde ich unterbrochen. Ich sah Basti an und redete weiter: ,,..aber ich bezweifel, dass ich den Druck bestandhalten kann, so wie du es tust. Ich bin nicht stark genug dafür." Basti sah mich verständnisvoll an, aber sprach vom Gegenteil: ,,Mal ehrlich, Vanessa. Ich bin derjenige der bekannt ist und nicht du, oder kennst du irgendeinen von meinen Freunden?" Ich wandte meinen Blick wieder von Basti ab und sagte leise: ,,Ja und genau das ist es. Sie, deine Fans, werden mich irgendwann alle kennen." Im Augenwinkel sah ich wie verduzt Basti mich an sah: ,,Wen kennst du?" Das war das einzige was er sagte. ,,Felix, aber nicht nur, weil wir in auf der Nordsee getroffen haben. Er stand auch in der Bravo. Ich hab einfach Angst nicht mehr mein schönes, ruhiges, chilliges Leben leben zu dürfen, verstehst du das nicht?" Ich sah Basti an. Er leidete unter dem was ich sagte, aber es war die Wahrheit. Ich hatte Angst mein Leben zu verlieren. Basti griff nach meiner Hand: ,,Zusammen schaffen wir das. Zusammen schaffen wir alles." Erwartungsvoll sah ich ihn an. Was würde er als nächstes sagen? Ein erzwungenes Lächeln erschien auf meinem Gesicht. ,,Das werden wir doch, oder?" fragte Basti nach, als die Tür nach einem kurzen Klopfen aufging und ein Arzt mich aus dem Raum schickte, weil noch die letzten Untersuchungen durchgeführt werden mussten. Ich schenkte Basti ein kurzes Nicken und verließ das Zimmer. Im Flur beschloss ich kurzer Hand, eine Weile an die frische Luft zugehen, die Untersuchungen würden bestimmt seine Zeit dauern.
Draußen angekommen setzte ich mich auf eine Bank. Ich atmete einmal tief ein und wieder aus. Schön diese Sommerluft. ,,Hey." erschien eine junge Mädchenstimme neben mir. ,,Hey." lächelte ich sie an. Sie setzte sich und guckte durch die Gegend. ,,Was machst du hier?" fragte ich sie, um nicht einfach nur gelangweilt auf der Bank herrum zu sitzen. ,,Ich wollte meine Mutter besuchen, aber sie wird gerade noch untersucht." wurde mir erklärt. ,,Weswegen ist deine Mutter denn im Krankenhaus?" Ich sah das Mädchen an und lächelte. ,,Sie hat Brustkrebs." antwortete sie und sah in eine andere Richtung. Mein Lächeln verschwand bei dem Wort 'Brustkrebs', stattdessen dachte ich darüber nach, dass das, was Basti hatte, gegen Krebs überhaupt nichts war: ,,Das tut mir leid. Ich hoffe sie wird wieder gesund." Sie sah mich wieder an. Man konnte erkennen, dass sie Kraft hatte. Sie war ein starkes Mädchen, denn sie lächelte, obwohl ihre Mutter todkrank war. ,,Ist schon okay, kannst du ja nichts für." Sie lies mich ihre Laune spüren, aber ich war weiterhin nett zu ihr, weil sie schließlich Angst um ihre Mutter hatte: ,,Ich bin übrings Vanessa." Freundlich klang sie nicht, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass ist ein nettes Mädchen sei: ,,Ich bin Jana." Ich sah sie an und dachte darüber nach, ob ich es sagen sollte, oder ob ich noch etwas sitzen bleiben sollte, aber dann entschied ich es zu tun: ,,Ich geh jetzt wieder rein, magst du vielleicht mitkommen, damit du hier nicht alleine warten musst?" Sie schaute mich an und ein Lächeln entstand auf ihren Lippen: ,,Klar, wenn ich darf." ,,Ja, natürlich darfst du, sonst hätte ich wohl nicht gefragt." lachte ich sie an und stand auf. Sie folgte mir ins Krankenhaus, bis ins nächsten Stockwerk. ,,Ist es ein Problem für dich eben draußen zu warten, ich geh dann mal eben rein, um zu fragen, ob es ihm recht ist, dass du mit rein kommst." Sie nickte, anschließend klopfte ich an der Tür und betrat den Raum. ,,Da bist du ja wieder." begrüßte mich Basti, mit einem breiten Grinsen, das übers ganze Gesicht ging. ,,Ja, sieht wohl ganz so aus." lächelte ich zurück. ,,Du, da draußen hab ich eben ein Mädchen kennengelernt, sie ist hier, wegen ihrer Mutter, aber ist ja auch egal worum es geht und ich wollte sie ungern alleine draußen auf ihre Mutter warten lassen, denn sie ist noch in einer Untersuchung. Kann sie vielleicht mit reinkommen?" Basti sah mich verständnislos an: ,,Aber du kennst sie nicht!" Ich ging näher zum Bett uns sagte leise: ,,Würdest du jemanden alleine warten lassen wollen, wenn derjenige auf seine Mutter wartet, die im Sterben liegt?" Unerwartet plötzlich guckte Basti mich mit einem geschocktem Gesichtsausdruck an. ,,Ja okay, hol sie rein." Ich wollte gerade gehen, als Basti mir an meinem Arm griff. ,,Warte." Ich drehte mich um, wartete und Basti setzte fort, ,,Frag sie, ob sie mich kennt, wenn ja, dass bleib lieber bei ihr draußen, ich brauch jetzt nicht auch noch im Krankenhaus Fans, das spricht sich rum." Etwas sauer sah ich Basti an: ,,Ist das dein ernst?" ,,Ich will es einfach nicht, so schwer?" beschwerte er sich. ,,Und was hast du gedacht, wie ich das anstellen soll? Raus gehen und fragen: Bist du Sebastian Wurth-Fan?" bemängelte ich seine Aussage. ,,Du machst das schon." bekam ich als Antwort, worauf ich das Zimmer verließ und vor mich hin murmelte: ,,Klar, ich mach das schon."
Jana hatte sich bereits auf einen Wartestuhl gesetzt, neben dem noch einer stand, auf den ich mich setzte: ,,Wir sollen noch eine Weile warten, aber wir können gleich rein." Ihre, wahrscheinlich langfristige, Laune sah ich ihr an. Sie war wohl in der letzten Zeit nicht das glücklichste Mädchen, aber zumindest konnte man versuchen, sie abzulenken: ,,Was hörst du eigentlich so für Musik?" Erst sah Jana mich an, als hätte sie meine Frage nicht verstanden, doch dann antwortete sie: ,,Ich weiß nicht ob du ihn kennst, aber ich hör gerne Musik von Daniele Negroni und sonst eigentlich auch alles was so in den Charts ist und du?" Ich war erleichtert, dass sie nicht Basti's Namen nannte und dann sagte ich: ,,Ich hör David Guetta gerne, aber auch andere Musiker. Findest du noch irgendjemanden gut, der bei Dsds mitgemacht hat, außer Daniele?" Sie hatte wohl Interesse am Thema Dsds: ,,Ja, Luca Hänni, der ist voll süß und kann gut singen, aber ich finde Daniele besser. Und der aus der letzten Staffel. Ich weiß aber gerade nicht wie er heißt, der war auch ziemlich gut." Ich musste schlucken. Die letzte Staffel, da hatte Basti mit gemacht. ,,Du meinst aber nicht den Jungen, der 16 war, oder?" Sie sah mich an, als hätte sie gewusst, was ich dachte. ,,Doch, genau den meinte ich, wie heißt der denn nochmal, ich komm nicht drauf." Ein nicht geplantes Lächeln erschien in meinem Gesicht: ,,Er heißt Sebastian Wurth." Jana fing auf einmal an zu lachen: ,,Wieso grinst du so, wenn wir über ihn reden?" fragte sie mich. ,,Ich grins doch garnicht." lachte ich zurück, ,,Bist du ein Fan von Sebastian?" Ich wollte klarstellen, dass sie es nicht war. ,,Nein, wie gesagt, ich mag nur seine Stimme, mehr nicht." Erleichtert atmete ich aus. ,,Willst du immernoch mit rein kommen?" fragte ich sie, auch wenn es nicht nett war, aber ich hatte gehofft, dass sie meine Frage mit einem 'Nein' beantworten würde. ,,Ja, ich komme mit, wenn es dir recht ist." Ich stand auf und klopfte erneut an der Tür, machte sie auf und lies Jana rein. Grinsend betrat ich, nach ihr, den Raum, dann sah ich Basti's fassungslosen und schockierten Blick und ich schätze, ich habe ziemlich kopflos und erschrocken abwechselnd Basti's und Jana's Blicke verfolgt, denn ich verstand in diesem Augenblick nicht das Geringste. ,,Leute?" unterbrach ich ihren Blickkontakt. Basti sah mich zornig aber auch fassungslos an. ,,Ich dachte, du hast.." gab er von sich und zeigte, ohne dass Jana es merkte, auf sie. ,,Jana? Es wär besser wenn wir, oder ehergesagt du, jetzt gehst." Ohne nur einen Ton von sich zu geben, verließ sie den Raum, aber vor der Tür bestürzte sie mich mit ihrer Fassungslosigkeit: ,,Das da drin war gerade ernsthaft Sebastian Wurth?" ,,Ja, meine Güte. Na und? Ich dachte du wärst kein Fan von ihm?!" Ich wusste nicht wieso sie das tat, aber sie ging grinsend an mir vorbei. Sie ging den Flur entlang und betrat ein Zimmer, wohl das ihrer Mutter. Ich drehte mich um und ging zurück zu Basti: ,,Was war das denn bitte?" fragte ich Basti und fing an zu lachen. Er lachte mit mir und meinte: ,,Das selbe könnte ich dich auch fragen, ich weiß es nämlich auch nicht." Weiterhin lachend sprach ich mit Basti darüber, dass sie sich ganz so schnell nicht mehr hier blicken ließe, da es schon einiges von einem peinlichen Auftriff hatte, unteranderem diskutieren wir darüber, ob sie es für sich behalten würde, oder sich morgen alle sorgen um Basti machen würden, weil Jana nicht innehalten konnte. ,,Sicher schreiben dann alle auf deine facebookseite: Oh Basti, warum warst du denn im Krankehaus, was ist passiert?" Basti lachte kurz und sagte dann bedeutend: ,,Es sind Fans, die machen sich immer Sorgen über alles." Ich sagte ihm, dass ich froh sei, nicht einer von ihnen zu sein, sonder als ein anderer Mensch, als ein Fan in sein in sein Leben getreten zu sein. Ich erklärte ihm, dass ich es so perfekt sei und nicht anders. Wärend wir darüber redeten, stand ich mit dem Gesicht über Basti, vor dem Bett. ,,[...]obwohl.." Basti sah mich überrascht an. ,,Eine Sache könnte sich doch ändern." setzte ich fort. Ich näherte mich Basti, sodass ich ihm tief in die Augen schauen konnte: ,,Natürlich nur, wenn du nichts dagegen hast." Ich lächelte kurz und machte meine Augen zu. Meine und seine Lippen trafen auf einander. Der Kuss war nur von kurzer Dauer, weil Basti mich mit einer Hand von ihm weg drückte: ,,Von mir aus, aber nur wenn du es auch wirklich willst." sagte er, mit dem Hintergedanken, dass ich letzter Zeit immer Angst um mein persönliches Leben hatte. Ich lächelte und näherte mich wieder seinem Gesicht. Aus einem einfachen kurzem Kuss wurde ein leidenschaftlicher, mit Liebe gefüllter Kuss. Mein Bauch kribbelte, als würden tausend Schmetterlinge in ihm herrum fliegen. Überraschend riss jemand die Tür auf und sagte, als würde er sich schämen: ,,Oh, entschuldigung." Ich drehte mich um und lächelte, weil ich nicht wusste was ich machen oder sagen sollte, als mich Basti ablöste: ,,Schon okay." Ich hörte Basti's leichtes Lachen in seiner Stimme. Ich entfernte mich von Basti's Bett und guckte zu, wie die Ärztin Basti erklärte, dass er Zuhause nur das Nötigste reden und sich nicht anstrengen sollte, um sich zu schützen und schneller zu genesen. Dabei betonte sie, dass er keinerlei Sport treiben dürfe. Was hatte ich auch anderes erwartet, kam von Basti wieder so eine schlaue Frage wie: ,,Auch kein Fußball?" Ich lachte ihn nur aus, was ich ziemlich bereute, als die Ärztin den Raum verließ. ,,Ist noch nicht mal ne Frage erlaubt?" Basti sprang vom Bett auf und kitzelte mich. ,,Ey." rief ich mehrmals, falls es mir bei meinem vielem Lachen mal gelang. Als er dann endlich keine Lust mehr hatte und mich aufs Bett schubste, sagte ich: ,,Hör mal, hast du der Ärztin nicht zugehört? Keine Anstrengung und außerdem ist das hier ein Krankenhaus, wie gehst du hier mit mir um?" lachend hielt ich mir die Hände vors Gesicht, weil ich Angst vor einer erneuten Kitzelattacke hatte. Basti setzte sich neben mich auf das Bett und fing an zu erklären: ,,Also, erstens bist du für mich keine Anstrengung, sondern ein Vergnügen und zweitens: Seh ich so aus, als würde es mich interessieren ob ich Zuhause oder hier im Krankenhaus Spaß mit dir habe?" Ich versuchte ihm mit meiner Schulter umzukicken. ,,AUA. Was hast du für ne harte Schulter?" fragte ich Basti, legte mich auf die Seite, aufs Bett und fing an zu lachen. Er lehte sich kurz zu mir rüber und grinste. ,,Komm wir verschwinden aus diesem Kaff." sagte er, stand auf und hielt mir die Hand hin. Ich nahm seine Hand, stand vom Bett auf und sagte zu Basti, der gerade die Tür rausgehen wollte. ,,Also ich, an deiner Stelle, würde mich erstmal umziehen." Er sah sich seine Klamotten an und merkte erst jetzt, dass er noch in den 'Anziehsachen' vom Krankenhaus steckte. Er zog sich schnell um und stellte sich an die Tür. ,,Hast du alles?" fragte ich zur Not nochmal nach. Er griff nach meiner Hand und antwortete: ,,Jetzt schon!" ,,Uii." war das einzige was mir dazu einfiel.
Zusammen, Hand in Hand, gingen wir durch das Krankenhaus, den Flur entgang, die Treppen runter und den Hauptausgang hinaus und das alles, ohne ein Wort zu sagen. ,,Was sollen wir heute noch machen?" fragte Basti mich, als wir auf dem Parkplatz, vor dem Krankenhaus standen. ,,Nichts?" antwortete ich. Basti sah mich verständnislos an. ,,Man hat dir strickte Ruhe zugewiesen, dummdödel." setzte ich lachend fort. ,,Musst du immer alles so ernst nehmen? Die merken das doch sowieso nicht." Ich schaute Basti beleidigt an, als er unerwartet mein Gesicht in seine Hände legte und mit dem Gesicht näher kam. ,,Nein." sagte ich und versuchte mir mein lachen zu verkneifen. ,,Sie merken es vielleicht nicht, aber du wirst davon nicht gesünder." Natürlich musste er die Augen verdrehen, ging weiter und zog mich hinter sich her. ,,Warum gehst du so schnell?" fragte ich ihn. Ohne langsamer zu werden erklärte er mir: ,,Du wollstest doch so schnell Nachhause, damit ich gesund werde." Ich blieb stehen und versuchte Basti nach hinten zuziehen, damit er endlich stehen blieb. ,,Was?!" muckte er mich an. Ich verschrenkte meine Arme: ,,Willst du den ganzen Weg nach hause laufen? Ja dann viel Spaß." Er guckte, als würde er über seine eigene Dummheit nachdenken und lachte dann. Er kam näher zu mir und schling seine Arme um mich. Basti drücke mich fest an sich und sagte, grinstend, dass hatte man gehört: ,,Was würde ich nur ohne dich machen?" Ich stieß ein unerwartet lautes Lachen aus. Basti entfernte sich einige Zentimeter von mir, aber ich drückte ihn an mich. ,,Nicht los lassen." sagte ich, während meines Lachkrampfes. Ich ahnte wie er mich ansah und sagte dann lachend: ,,Was geht denn bei dir ab?" Jetzt war ich die jenige, die sich von Basti entfernte und sagte: ,,Ich hab Spaß." Dann drückte ich ihm ein Schmatzer auf die Wange und holte mein Handy aus der Tasche. ,,Wollen wir zu dir oder zu mir?" sah mich Basti lachend und Kopfschüttelnt an. ,,Ist mir egal." Basti holte ebenfalls sein Handy raus und sagte: ,,Mir auch." Ich zeigte auf sein Handy und sagte: ,,Zu dir." Basti nahm mich an die Hand und wählte die Nummer seiner Mutter. Er erklärte ihr, dass es ihm besser geht und dass wir jetzt abgeholt werden wollen. Dann gingen wir an den Straßenrand, wo wir gemeinsam auf Basti's Mutter warteten. ,,Vanessa?" fragte er mich, worauf ich ihn anmachte: ,,Jetzt sei doch mal fünf Minuten leise, du sollst nur daas Nötigste reden." Dann musste ich anfangen zu lachen.
,,Endlich." sagte ich, als das Auto von Basti's Mutter um die Ecke bog. Wir wurden von einem freundlichen 'Hallo' begrüßt und wir stiegen ins Auto ein. Basti saß vorne und ich hinten. Kaum waren wir losgefahren, bekam ich von Basti eine sms:
Reden darf ich nicht, aber sms schreiben ist gestattet, oder meine liebe Fachärztin? :D
Ich musste kurz grinsen und fing dann an zuschreiben:
Aber klar doch, mein liebenswerter Patient. :*
Wir schrieben noch ein wenig sms und dann waren wir auch schon angekommen. Die Fahrt zum Krankenhaus fühlte sich wesendlich länger an, als die Rückfahrt. Die Haustür wurde aufgeschlossen und Basti und ich wollten in sein Zimmer gehen. Auf der Treppe zu Basti's Zimmer hatte ich eine Stufe nicht mit einberechnet und bin erstmal voll hingefallen. ,,Aua." sagte ich lachend, als ich auf der Treppe lag. Basti bückte sich und legte seine Hände unter mich, damit er mich die Treppen hochtragen konnte: ,,Das üben wir nochmal, okay?" lächelte er mich an. Anschließend legte er mich auf sein Bett. Er setzte sich ebenfalls auf das Bett. Grinsend sah ich ihn an, als er sich über mich beugte. Er hielt mein Gesicht in einer Hand und strich mir mit seinem Daumen über die Wange: ,,Du bist wunderschön." Mein Grinsen wurde breiter und Basti legte seine Lippen zärtlich auf meine und lies mich seine Liebe spüren. Seine Zärtlichkeit wurde in einen leidenschaftlichen Kuss umgewandelt, den ich genauso stark erwiderte. Irgendwann löste ich meine Lippen von Basti's und lächelte ihn überglücklich an. ,,Ich bereue es nicht." Ich sagte es leise, damit es nicht seine Bedeutung verlor. Basti schenkte mir ein Lächeln und sah mir tief in die Augen, dann richtete ich mich auf und sah mich in Basti's Zimmer um.
,,Was wollen wir denn zuessen machen?" fragte mich Basti, als wir unsere Idee umgesetzt hatten und nun in der Küche standen. ,,Spagetti oder so." sagte ich einfach so dahin, weil mir nichts besseres einfiel und lies meinen Blick einmal durch die ganze Küche schweifen. ,,Na guck, wie du willst." grinste er mich kurz an und holte dann alles Nötige aus den Schränken: ,,Kannst du da mal bitte Wasser reintun, Schatz?" Ich bejahte seine Frage und füllte den Topf, den er mir hinhielt, mit Wasser. In der Zeit, in der sich der Topf langsam füllte, fragte ich mich, wo überhaupt Basti's Mutter geblieben war. Eigentlich hatte ich auch nichts dagegen mit Basti alleine zusein und so war mein Gedanke auch schnell wieder verschwunden.
Ich stellte den Topf auf die Herdplatte und sah Basti zu, wie er die Zutaten für die Bolognesesoße zurecht schnibbelte. Ich wollte einen kurzen Blick aus dem Fenster werfen, als ich mich aufeinmal tierisch aufregte: ,,Ich fass es nicht. Wir haben Hochsommer und es regnet." ,,Muss auch mal sein." sagte Basti und warf das Gehacktes in die Pfanne.
Ich war gerade dabei die Zwiebel kleinzuschneiden, als ich unerwartet aufhörte zu schneiden und meinen Blick zu Basti warf. Er sang irgendetwas vor sich hin. Da er leise gesungen hatte, verstand ich kaum etwas, aber es hörte sich schön an: ,,Was singst du?" Basti hörte mit seiner Arbeit auf und sah mich an. Er strich seine Händ an einem Handtuch ab und kam einige Schritte näher zu mir. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und sah mich an:
Sitting here, on this lonely dock.
Watch the rain play on the ocean top.
All the things I feel I need to say.
I can't explain in any other way.
Ich nahm seine Hände in meine und drückte ihm einen sinnlichen Kuss auf die Lippen. Grinsend machte ich mich wieder an die Arbeit, da ich einen riesen Hunger hatte. Während wir das Essen zu bereiteten, redeten wir kaum. Basti und ich verstanden uns ohne Worte, unsere Gefühle hatten das Kommunizieren übernommen, denn Gefühle sprechen für sich.
,,Ey Basti." sagte ich, da ich Basti entwas zu den Zutaten fragen wollte. ,,Baasti!" Wieso wollte er nicht reagieren? Ich nahm eine Nudel aus dem Topf, hielt sie kurz unter fließendes Wasser, damit sie nicht mehr ganz so heiß war und haute sie Basti voll ins Gesicht. Basti sah mich sauer an und ich lag vor lauter lachen fast auf dem Boden. ,,Tut mir leid." sagte ich, aber ich bezweifel, dass Basti das verstanden hat. Basti machte sich wieder an seine Arbeit. Wo war sein Humor geblieben? ,,Schatz?" fragte ich dieses mal. Ich packte ihm an die Schulter, als ich auf einmal ein Tomatenstück in meine Richtung fliegen sah. ,,iih." rief ich. ,,Mein T-shirt. Du Schwein." Ich lachte und versuchte mit einem Zewa den Tomatenfleck von meinem T-shirt zu wischen.
,,Hmm. Lecker." sagte ich und schluckte einen Bissen runter. ,,Da kann ich nur zustimmen." begegnete mir Basti mit einem breiten Lächeln. ,,Ganz ehrlich, ich glaub ich hab nochnie so eine leckere Bolognesesoße gegessen." staunte ich. Basti lachte leicht.
Nach dem Essen räumten wir unsere Teller weg und überlegten was wir nun machen sollten: ,,Wie wärs wenn wir einen Film gucken?" Ich überlegte kurz und sagte im Anschluss: ,,Von mir aus. Was hast du denn für Filme anzubieten?" Basti machte nicht die Anstallt, als wolle er die Küche verlassen, um mir seine Filme zu zeigen, also machte ich es vor und ging aus der Küche. Wir gingen ins Wohnzimmer und krosten im Filmeschrank herum: ,,Hier." sagte Basti plötzlich und hielt mir einen Film vor die Nase. ,,Einen Horrorfilm?" fragte ich ihn entsetzt. ,,Wieso nicht?" Basti sah mich so bettelnt an, dass ich entschloss mit ihm den Film zu gucken. Wir setzten uns im Wohnzimmer auf die Couch und Basti schaltete den Fernsehr ein. Auf dem Bildschirm erschien eine gruselige Schrift: Paranormal Activity
,,Basti, ich hab jetzt schon Angst." sagte ich. Ich meinte es ernst, aber trotzdem lachte ich. Basti hielt die Arme auf und ich kuschelte mich an ihn.
,,OH MEIN GOTT." schrieh ich auf und drückte mich fest an Basti, der mich nur auszulachen flegte. ,,Ich will nicht mehr, der Film ist mir definitiv zu gruselig." Basti grinste mich nur an und guckte weiterhin den Film. Ich dagegen legte mich so hin, dass ich nicht mehr auf den Bildschirm gucken konnte. Aufeinmal piekste es mich in der Seite: ,,BUUH." Ich zuckte total zusammen und lachte mich anschließend selber aus.
Irgendwann wurde mir kalt und ich nahm mir die Decke, die zusammengefaltet auf der Couch lag und deckte mich damit zu. Basti lies mich in ruhe und erschreckte mich nicht mehr, das hatte zur Folge, dass ich einschlief.
Teil 8 [Mittwoch]
Unsanft wurde ich geweckt: ,,Vanessa! Jetzt wach endlich auf, dein Handy klingelt schon die ganze Zeit." Um es genauer zu beschreiben meckerte Leona mich an und trat mich aus dem Schlaf. ,,Was?" sagte ich müde.
,,Nimm ab." sagte sie erneut und reichte mir mein Handy.
Ich nahm ihr das Handy ab und wischte mir mit einer Hand die Haare aus dem Gesicht.
Ich hatte dummer Weise nicht auf den Display geguckt:
,,Wer ruft mich denn so früh an?" sagte ich lachend, aber gleichzeitig immer noch verschlafen ins Handy.
Leona hielt mir grinstend ihren Wecker hin. 13:47 ..Früh war das ja nicht mehr.
Schon wieder hatte ich sehr lange geschlafen. Da mir immer noch keiner geantwortete hatte, meldete ich mich nochmals: ,,Hallo? Ist da wer?"
Leona machte sich über meine Aussprache lustig.
,,Lach nicht." flüsterte ich und schmiss mit einem Kissen nach ihr.
,,Hallo?!" fragte ich zum dritten Mal.
,,Heey Vanessa." erklang eine Stimme, als hätte der jenige ein Trauma oder wär von irgendetwas ziemlich nieder gerissen. Ich holte Luft, um zu fragen, wer sich am anderen Ende der Leitung befand, als ich mir aufeinmal die Hand von meinen Mund schlug und dumm von Leona angeguckt wurde.
Ich hielt das Handy einige Zemtimeter von meinem Ohr, zeigte darauf und sagte leise zu Leona: ,,Das ist Basti.."
Ich hatte erwartet, dass Leona irgendwas verrücktes macht, schließlich ist sie ein Fan von ihm und ihr Star ruft ihre Freundin an, aber war auch gut, wenn sie mal nichts sagte.
Leona wusste was ich von ihr wollte und so verlies sie das Zimmer.
,,Oh. Hey Basti. Alles fit?"
Er antwortete mir, als wär unser Streit erst ein paar Stunden her: ,,Wie solls mir schon gehen?"
,,Es soll dir gut gehen!" sagte ich und grinste. Wozu ich grinste wusste ich selber nicht. Sehen konnte es sowieso keiner.
,,Gut würde es mir gehen, wenn du hier wärst!" erklärte er mir.
Wodrauf ich nur eins zusagen hatte: ,,Das ist mir bewusst und ich hab auch drüber nachgedacht, was mit uns geschieht. Ich hab dir schon mehrmals gesagt, dass ich dich sehr mag und das meinte ich auch jedes Mal ernst, aber ich weiß nicht ob das mit unserer Freundschaft klappt. Ich bin nicht für die Öffentlichkeit geschaffen und du bist an der Öffentlichkeit." ,erläuterte ich, ,,Verstehst du was ich dir sagen will?" fragte ich mit gesänktem Kopf.
,,Ich will es nicht verstehen Vanessa. Ich will dich bei mir haben. Du musst ja nicht umbedingt zu meinen Auftritten kommen, damit du nicht an die Öffentlichkeit gerätst..bitte.." Ich merkte, dass es Basti wirklich nicht gut ging.
,,Aber Basti, wenn ich nicht zu deinen Konzerten oder sonst was komme, dann habe ich kaum Zeit dich zu sehen. Guck dir doch mal deinen Zeitplan an."
,,Ich bin für meinen Zeitplan verantwortlich. Ich kann nur halb soviele Konzerte geben, um mit dir Zeit zu verbringen."
Ich hatte mich mal über ihn informiert und erinnerte ihn: ,,Du hast selbst mal gesagt, dass du gerne Musik machst und für deine Fans da sein möchtest und da will ich dich nicht dran hindern."
Er erwiderte: ,,Willst du wirklich keinen Kontakt mehr, oder wieso suchst du immer neue Agumente?"
Langsam war ich von Basti's Laune genervt: ,,Meine Fresse, Basti.. Natürlich will ich dich nicht verlieren, aber du musst dich mal in meine Lage versetzten. Ich bin ein unbedeutendes Mädchen, was alle übersehen, wenn ich über die Straße laufe, aber du bist bekannt. Du brauchst nur einen Schritt vor die Tür machen und schon schreien alle nach dir."
Ich war eigentlich noch nicht fertig mit reden, aber ich wurde von Basti unterbrochen: ,,Du glaubst, dass es so ist, aber ich bin nicht wirklich so bekannt. Ich habe zwar meine Fans, aber die Mehrheit kennt mich überhaupt nicht und beachtet mich nicht. Von vielen werde ich nicht gemocht, wenn nicht sogar gehasst. Es gibt nicht nur Fans. Ich kann in Wipperfürth eigentlich rumlaufen ohne, dass irgendjemand angerannt kommt.."
,,Bist du fertig?" flüsterte Leona durch den Türschlitz.
Ich war noch nicht fertig, aber bat sie trotzdem mit einem Handzeichen rein.
Sie setzte sich leise auf ihren Sitzsack und blätterte in der Bravo herrum, die sie mit reinbrachte.
,,Vanessa?" wurde ich von Basti gefragt.
,,Achja. Ehm.. Ja. Ich weiß nicht wirklich was ich sagen soll. Also ich bin mir nicht sicher, Basti. Kannst du mich vielleicht eine Nacht drüber schlafen lassen?"
,,Hattest du nicht genug Zeit?" fragte mein Gesprächspartner.
,,Was heißt bei dir genug? So eine Entscheidung ist nicht mal einfach so. Vielleicht hängt mein Privatleben davon ab.."
Etwas gereizt, aber trotzdem einsichtig: ,,Okay. Ich gebe dir Zeit. Überlege es dir bitte und dann.."
,,Warte mal kurz." unterbrach ich ihn.
Basti war leise und ich stand vom Bett auf. Leona hielt mir die Bravo vor die Nase.
Eine Doppelseite mit Basti bedruckt, mit der Aufschrift: 'Basti ist verliebt'
Ich schluckte, nahm ihr die Bravo weg und fing an zu lesen.
Kurz zusammengefasst stand dort:
Basti hat sich verliebt. Das Mädchen, wessen Namen er nicht nennen möchte, wohnt in seiner Nähe. Sie haben sich im Urlaub an der Nordsee kennengelernt, aber so ganz möchte es mit der Liebe nicht klappen. Sie weist ihn ab, heißt es. Basti muss wegen seiner Gefühle sogar seine Fans vernachlässigen. Sebastian Wurth's Manager lies ein Konzert absagen, da Basti nicht in der Lage war ein Konzert zu geben, nachdem seine Gefühle missbraucht wurden. ,,Ich kann nicht ohne sie!" beteuerte der Sänger in einem Interview mit der Bravo.
Ich schlug die Zeitschrift zu, legte sie auf Leona's Schoß und ging zur Tür raus.
,,Was hast du noch gleich gesagt?" fragte ich Basti.
,,Ich hatte gesagt, dass ich dir Zeit zum überlegen gebe, mehr nicht." sagte er zur Erklärung.
,,Achja.. Danke, dass du mir die Zeit gibst.." sagte ich und grinste, wieder ohne dass es eine Person sah.
Ich war bereits draußen und betrachtete den blauen, wolkenlosen Himmel.
Wir hatten Hochsommer und aus diesem Grund schien die Sonne genau auf mich hinab.
,,Ja okay. Ich muss dann jetzt auflegen. Tschau." sagte Basti als wär er auf der Flucht.
,,Okay. Viel Spaß noch bei..ehm keine ahung." sagte ich und versuchte so freundlich wie möglich zu klingen, doch trotz meines Versuches legte Basti direkt, nachdem ich zuende geredet hatte, auf.
Demzufolge ging ich wieder rein und direkt, als ich die Tür zur Wohnung öffnete, stand Leona's Mutter vor mir. Ihr Blick sagte mir, dass sie besorgt um mich war. Um sie zu beruhigen sagte ich schnell zu ihr: ,,Es ist alles okay. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen."
Ich grinste sie an und ging weiter Richtung Zimmertür.
,,Vanessa?" fragte Leona's Mutter. Ich drehte mich um.
,,Du kannst mich immer noch duzen. Für dich bin ich Monika und nicht Frau Höffner."
,,Ich werde versuchen, darauf zu achten." sagte ich, drehte mich um und öffnete die Zimmertür. ,,Da bist du ja endlich." wurde ich empfangen.
,,Na, so lange war ich nun auch wieder nicht weg."
,,Sollen wir jetzt was essen gehen?" Diese Frage kam mir gerade recht.
,,Oh ja, ich hab einen riesen Hunger!" stimmte ich zu.
Gesagt, getan. Wir gingen in die Küche und setzten uns an den Tisch, der bereits gedeckt war. Ich griff in einen Korb voller Brötchen, Schokobrötchen und Croissants.
,,War deine Mutter beim Bäcker?" fragte ich, um der Stille ein Ende zu bereiten.
,,Ne, meine Mutter hat im Schrank einen Zauberstab und mit dem zaubert sie morgens immer Brötchen, hab ich dir das noch nicht erzählt?"
Ein kurzes Lachen erschien in meinem Gesicht, aber dann sagte ich ironisch : ,,Haha lustig.."
Ein wirklich interessantes Gespräch ist beim Frühstück nicht entstanden. Weder Leona, noch ich waren gesprächig. Wir aßen auf, räumten unser Geschirr weg und anschließend waren wir wieder alleine in Leona's Zimmer. Ich stand mitten im Raum, während Leona sich wiedermal auf ihren Sitzsack gesetzt hatte.
Ich guckte in ihrem Zimmer rum, als hätte ich nach irgendetwas gesucht, dabei wusste ich noch nicht mal warum ich das tat. Mein Blick blieb an der Wand stehen, an der die vielen Poster hingen. Ich schaute mir jedes einzelnde an und es waren viele. Ich zählte sie durch, frag mich nicht wozu. 1..2..3..4..5..6..[. . .] 18.. Da hörte ich auf zu zählen. Ich war an dem größten und auffälligsten Poster angekommen und ich starrte es an: ,,Sag mal, seid wann hängt das Poster eigentlich da?"
,,Welches?" wurde gefragt.
,,Na, das von Basti natürlich." sprach ich.
,,Achso das. Weiß ich nicht. Schon ziemlich lange, kurz nachdem Dsds aufgehört hat hab ich das aufgehangen, glaub ich. Wieso?"
,,Nur so." erklärte ich, womit unser Gespräch beendet war. Während dem ganzen Gespräch hatte ich meinen Blick nicht einmal von der vollgeposterten Wand gewandt. Ich starrte das bunte Poster auf dem ein junger, erwachsen gewordener Junge strahlte an und das einzige was ich mir dabei dachte, war: Wieso kannte ich ihn nicht schon vor seiner Bekannschaft an der Nordsee? Wieso war er mir nicht aufgefallen?
Ich fürchtete, dass ich darauf keine Antwort bekommen würde, weil ich es nicht wusste und ich eindeutig die einzige war, die es mir das selber beantworten hätte können.
,,Leona, ist es schlimm wenn ich gehe?" sagte ich in Eile.
,,Nein nein, ist schon gut, aber wo musst du denn hin?" fragte sie mich und sah mich verdutzt an.
,,Ehm. Das erklär ich dir wann anders. Heute Abend oder so. Ich ruf dich an wenn ich Zeit hab, okay?"
,,Öhm okay?!" sagte sie und sah mir zu wie ich aus dem Zimmer ging, oder eher gesagt fast schon rannte.
Ich rief Leona's Mutter ein schnelles 'Tschüss' entgegen, genauso wie ich sie einen Tag voher begrüßt hatte. Ich schlüpfte in meine Schuhe und lies die Tür hinter mir ins Schloss fallen.
Ich suchte mir eine nächstgelegene Bushaltestelle, die sich schnell finden lies. Ich warf noch schnell einen Blick auf meine Uhr und checkte dann den Busplan. 15:06 Uhr. Wenn ich das richtig sah war der Bus, mit dem ich hätte fahren müssen, gerade weggewesen. Mehr als eine Stunde hätte ich auf den nächsten Bus warten müssen, aber dazu hatte ich keine Zeit. Ich hatte etwas zu erledigen und das musste so schnell wie möglich geschehen. Ich überlegte, ob ich vielleicht doch einfach auf den Bus warten sollte. Zur Bestätigung meiner Feststellung ging ich zu einer älteren Dame, die scheinbar auch auf einen Bus wartete und fragte: ,,Entschuldigung, ist der Bus nach Wipperfürth schon weg?"
Natürlich, was hatte ich auch anderes erwartet, hatte ich meinen Bus um einige Sekunden verpasst. Da schoss mir eine sehr hilfreiche Idee in meinen Kopf. Wieso war mir das nicht vorher eingefallen?
Ich griff in meine Hosentasche und holte mein Handy raus.
Sofort rief ich die gedachte Person an und sagte was ich zu sagen hatte:
,,Heey du, ich wollte mal fragen ob du gerade zuhause bist."
,,Ja klar, wieso?" kam vom anderen Ende.
Ich erklärte ihm was ich wollte. Ich hatte ihm nicht wirklich alles erzählt, aber er dachte zumindest, dass ich ihm alles erklärt hatte. Das am Telefon war zwar mein bester Freund, aber ich hatte ihn nie erwähnt. Er ist ziemlich zurückhaltend, aber in der Schule trotzdem sehr beliebt. Mein liebenswerter Freund, von dem ich spreche, heißt Ben. Warum ich noch nie von ihm erzählt habe, ist eine lange Geschichte.
Ich wartete ungefähr 10 Minuten und dann kam Ben schon um die Ecke. Zehn Minuten sind nicht viel und sonst habe ich auch viel Gedult, aber in diesem Moment haben sich die Minuten angefühlt, wie Stunden. 'Hey' war das einzige was ich zu sagen flegte, als Ben mit seinem Roller vor mir stand. Er begrüßte mich nur mit einem unbedeutendem Lächeln und hielt mir einen Helm hin. Ich setzte ihn auf, setzte mich hinter Ben und klammerte mich an ihn. Ben war in meinem Leben der einzige, der mich je dazu gebracht hatte auf einen Roller zusteigen. Schon in frühen Zeiten, als ich noch klein war, weigerte ich mich auf Papa's Motorrad zu steigen, aber trotz dass ich Ben vertrauen konnte, hatte ich Angst, mir würde etwas passieren. Mir fiel ein, dass ich Ben nur gesagt hatte, dass ich nach Wipperfürth wollte. Ich nervte ihn solange, indem ich auf seine Schulter klopfte, bis er endlich seinen Roller an den Straßenrand lenkte. Ich verriet ihm Basti's Wohnort und dann ging unsere Fahrt weiter. Ein paar Häuser vor meinem Ziel hielt Ben an. Ich sagte, es sei okay, wenn er mich schon hier rausließe. Zum Abschluss wollte ich Ben umarmen, doch er wisch zurück. Darauf schlussfolgerte ich, dass Ben mich nicht mit einer besonders großen Freude hierher gebracht hatte.
Ich legte meine Hand auf seine und sagte: ,,Es tut mir leid." Ich hatte zwar bemerkt, dass Ben mich keines Wegs ansah, aber ich war schließlich hier her gekommen, um Basti's und mein Problem zu lösen und nicht das von Ben und mir. Ich drückte ihm noch schnell den Motorradhelm in die Hand und ging meinen Weg.
Ich hatte keine Ängste, ich war nicht genervt, gestresst oder aufgeregt. Ich war weder glücklich, noch traurig. Ich hatte darauf keine Erklärung, aber ich fühlte in diesem Augenblick nicht einmal, das was ich gegenüber Basti entfand. Liebe.
Nach nur einer Minute war ich angekommen. Ich atmete noch einmal tief ein und drückte dann den Klingelknopf.
,,Warte, ich komm gleich." hörte ich aus dem Fenster rufen.
'Okay?!' dachte ich mir. Ich wartete fünf Minuten, in denen ich mich ziemlich langweilte und ich mit einem Blatt spielte, was ich vom Busch abgerissen hatte.
Als ich Schritte hinter der Tür hörte warf ich das zerrissene Blatt schnell hinter mich und setzte ein Lächeln auf. Die Tür ging auf und unerwartet freundlich kam aus mir herraus: ,,Heey Basti!"
,,Hallo. Dich hatte hatte ich garnicht erwartet." sagte er erstaunt.
,,Tja, jetzt bin ich aber da." sagte ich. Meine Stimme hatte immernoch diesen freundlichen Ton in sich. Basti sah nicht so aus als wolle er mich in seine Wohnung beten, worauf hin ich meinen Kopf schräg legte und ihn mit klein gemachten Augen ansah. Ich kam nicht dahinter, was Basti tat. Dachte er nach, oder warum starrte er mich mit gläsernden Augen an? Ich winkte mit meiner Hand vor seinem Gesicht herum, aber auch das machte ihn auch nicht aufmerksamer. ,,Alles okay, Basti?" sprach ich ihn an. Alles war ich zu hören bekam war ein heiseres, zartes und kaumzuverstehendes: ,,Ja"
,,Basti, hast du irgendwas? Willst du mich nicht reinlassen?" sagte ich. Meine Freundlichkeit änderte sich in eine Angst und zum wiederholten mal sagte ich: ,,Ist wirklich alles okay? Du siehst nicht gerade besonders gut aus."
,,Doch." antwortete er so leise, dass ich es fast überhört hatte.
Er senkte seinen Kopf und gab mir ein Handzeichen um einzutreten. Ich ging vor zur Treppe, warf Basti einen besorgten Blick zu und ging dann hinauf in die Wohnung. Wie ich bemerkte, waren wir alleine. Weder seine Mutter, noch sein Vater war in der Wohnung aufzufinden.
Ich blieb stehen und wartete auf Basti, der hinter mir die Treppe hoch kam. Ich machte ihm Platz und er ging weiter ins nächste Stockwerk, wo sich sein Zimmer befand. Er setzte sich auf einen Stuhl und bat mir einen Platz an: ,,Du kannst dich gerne auf mein Bett setzten." Ich folgte Basti's Anweisung und stetzte mich. Ich wusste nicht was ich machen sollte und dass Basti mich anstarrte, machte mich um einiges nervöser: ,,Willst du mir sagen was du hast?" sagte ich vorsichtig. ,,Es ist alles gut, glaub mir Vanessa!" sagte er. Das was er sprach war weder nett, böse oder mit Traurigkeit gefüllt. Es war einfach so hingesagt, das hatte ich gespürt. Er hatte zwar gesagt, dass alles okay ist, aber er wusste selber, dass es nicht der Wahrheit entsprach. ,,Guck mich nicht so besorgt an." befahl Basti mir: ,,Oh sorry." sagte ich und wandte meinen Blick schnell von ihm weg. ,,Ich hab noch nicht zu Mittag gegessen, möchstest du auch was essen?" fragte Basti etwas leise und stand auf. Woher der plötzliche Themawechsel kam, war mir nicht bewusst: ,,Ich komm gerne mit, aber ich hab kein Hunger." willigte ich ein. Dementsprechend gingen wir in die Küche. Ich setzte mich an den Tisch und beobachtete Basti dabei, wie er zwei Toast in den Toaster schmiss und etwas aus dem Kühlschrank holte. Er deckte den Tisch und setzte sich. Ich grinste ihn an und als hätte ich irgendwas falsch gemacht, sprang er aufeinmal auf, schaute mich an und sagte hektisch: ,,Warte mal eben." Ziemlich verwirrt guckte ich Basti hinterher, der die Treppen hochrannte und in seinem Zimmer verschwand. Ich machte mir keine weiteren Gedanken darüber, was Basti in seinem Zimmer machen würde. Er würde schon wieder kommen, immerhin waren seine Toasts fast fertig und Besuch hatte er auch.
Ich hatte nicht auf die Uhr geguckt und ich hatte auch nicht im Gefühl wie lange ich schon auf Basti wartete, aber immerhin wusste ich, dass es ziemlich lang war. Mir war nicht klar, ob es zehn oder zwanzig Minuten waren, aber wie gesagt, es war eine lange Zeit. Ich schaute mich in der Küche um. Basti's Toasts waren schon lange fertig. Ich sah aus der Küche hinaus, zur Treppe, die zu Basti's Zimmer führte und rief: ,,Baasti?!" Die gehoffte Antwort kam nicht und so rief ich noch einmal: ,,BASTI!" Ich stand auf, schob den Stuhl an den Tisch und ging langsam die Treppenstufen hinauf. Ich stellte mich vor die Tür, klopfte und sagte in einem leisen Ton: ,,Basti, ist alles gut dadrin?"
Wieder bekam ich keine Antwort. Ich machte langsam die Tür auf: ,,Oh mein Gott, Basti."
Ich stürmte ins Zimmer und kniete mich auf den Boden: ,,Warte, ich helf dir." sagte ich besorgt und halft Basti, sich aufs Bett zu setzten. Er sah wirklich nicht gut aus. Basti hatte halb auf dem Bett gehangen und versuchte hinauf zu kommen. ,,Was ist los mit dir?"
Basti sagte: ,,Vanessa, hol.." Weiter kam er nicht. Ich war mit der Situation überfordert. Ich wusste nicht was Basti hatte und wie es aussah, konnte er aus irgendeinem Grund nicht reden.
Ich ging zum Schreibtisch und wühlte in ihm herrum. Mit einem Blatt und einem Stift setzte ich mich auf die Bettkante: ,,Basti, du musst mir jetzt aufschreiben was du hast, wenn du schon nicht redest. Ich bin gleich wieder da."
Ich rannte aus dem Zimmer, in die Küche und guckte hastig um mich. Da. Ich schnappte mir die Wasserflasche die auf dem Tisch stand, nahm mir ein Glas und ging im zügigen Gang wieder hoch. Ich setzte mich neben Basti aufs Bett und schenkte ihm Wasser ins Glas: ,,Hier trink erstmal was." sagte ich und hielt ihm das Glas hin. Inzwischen las ich, was Basti geschrieben hatte. Seine Schrift war unordentlich und kaum zu lesen:
Ich weiß nicht was mit mir los ist. Ruf bitte meine Mutter an oder ruf direkt den Notarzt.
,,Basti. Was redest du da?" Ich sah Basti an, der mir mittler Weile sein Handy hin hielt.
,,Nimm." sagte er. Also so hatte ich es zumindest verstanden. Es klang heiser und mitten im Wort hatte Basti's Stimme einen Aussetzer. ,,Okay okay." Ich nahm das Handy entgegen, ,,Aber du schreibst mir jetzt auf was du hast. Ist dir heiß oder kalt.. Hast du Kopfschmerzen oder sonst was?"
Er nahm wieder den Stift und das Blatt und fing an zu schreiben. Ich scrollte in Basti's Kontaktliste von A bis M: Mama
,,Guten Tag Frau Wurth." sagte ich, direkt nachdem Basti's Mutter an der anderen Leitung erschien. Ich wurde besorgt gefragt was denn los sei, woraufhin sie alles erfuhr, was ich wusste. Basti's Mutter wusste sich selber auch nicht zu helfen. Das einzige was sie sagte war: ,,Ich bin sofort da, ich komm sofort nachhause. Bitte kümmere dich um Basti, ich vertraue dir." Ich bedankte mich kurz für ihr Vertrauen und legte nach meiner Verabschiedung auf. Ich riss Basti den Zettel aus der Hand. Das Geschriebene lies meine Laune noch mehr sinken:
Übelkeit, Kofschmerzen, gefühlte 50 Grad Fiber.alles.. Ruf entlich den Notartzt!!!!!
An Basti's Rechtschreibung erkannte ich, dass er an der Schlussgrenze seines Verstandes war. Ich nahm erneut sein Handy und rief den Notarzt an. Ich hatte nicht den Nerv alles in jeder Einzelheit zu beschrieben. Aber was sein muss, muss sein, dachte ich mir. Bei dem Gespräch war ich vom Bett aufgestanden und ging nervös in Basti's kleinem Zimmer hin und her. Ich legte auf und ging zurück zu Basti. Meine Nerven lagen blank, aber wir mussten durchhalten. Ich, sowie Basti. Ich setzte mich aufs Bett und nahm Basti's Hand: ,,Alles wird gut. Der Notarzt ist gleich hier." versuchte ich Basti zu beruhigen. Ich starrte Basti's schmerzverzerrtes Gesicht an. Bei diesem Anblick fingen die ersten Tränen an, meine Wange runter zukullern. Basti bekam davon nichts mit, da er seine Augen geschlossen hatte.
Ich brachte einen ungewollten Schluchzer hervor, womit Basti die Augen aufschlug und mich entgeistert an. Er versuchte sich mit aller Kraft hinzusetzten. Er wischte mir eine Träne von meiner Wange und schaute mich eine Weile an: ,,Ich.." wieder kam er nicht weiter.
Basti senkte seinen Kopf und brachte ein kurzes Lachen zum vorscheinen, aber selbst das hatte man kaum gehört. ,,Ist schon gut. Versuch einfach nicht mit mir zureden." grinste ich ihn an. Ich nahm seine Hand von meiner Wange und stand auf. Basti sah mich ungewiss an und hielt meine Hand fest. ,,Ich muss raus, wegen dem Notarzt." Basti wusste selber, dass er Hilfe brauchte und so lies er meine Hand los, wenn auch unfreiwillig. Ich lies mir Zeit, auf dem Weg zur Eingangstür. Mein Kopf war in diesem Moment von Gedanken befreit. Dieser Tag war anders als die anderen Tage. Ich war in der Nähe von Basti, auch wenn er nicht gesund war und genau das hatte ich mir gewünscht. Einfach bei ihm sein. Ich war gerade vor die Türe getreten, hörte ich ein 'Tütata'.
Ich stellte mich an den Straßenrand und winkte dem Krankenwagen mit beiden Händen zu, so wie man es mir beigebracht hatte. Ich führte die 'Krankenheinis', wie ich sie immer nannte, ins Haus, bis in Basti's Zimmer: ,,Was fehlt ihnen denn?" fragte ein Mann, worauf hin ich schnell für Basti antwortete, bevor er wieder sein Glück versuchte: ,,Er kann nicht reden. Ich weiß nicht was er hat, aber er klingt heiser und die hälfte der Wörte, die aus ihm raukommen versteht man nicht." Ich nahm den Zettel und reichte ihn dem Krankenheini, der jetzt von Basti's Bett hockte. ,,Achso okay. Ich nehme jetzt etwas Blut ab und.." ,,Autsch!" wurde er von mir unterbrochen, worauf hin ich von allen Heinis, die im Zimmer standen, angeguckt wurde. Ich möchte eben keine Spritzen, was soll man machen? Er fuhr fort: ,,und dann müssen wir den jungen Herr wohl und übel mit ins Krankenhaus nehmen." Meine Augen weiteten sich. ,,Oh mein Gott." dieses mal flüsterte ich, weil ich nicht noch einmal von allen angeguckt werden wollte, aber Basti hatte es gehört und guckte mich hilflos an. Ich wusste nicht weiter und genau so hab ich, glaub ich, auch geguckt. ,,Darf ich denn wenigstens mit?" fragte ich höflich. ,,Wenn es sein muss." bekam ich als Antwort. Krankhäuser waren nicht mein Fall. Ich hasste sie über alles und vorallm die Ärzte. Alle behaupteten immer, dass sie freundlich und hilfbereit wären, aber ich fand sie überhaupt nicht freundlich. Ich war der Meinung, sie waren eher auf einem Ich-muss-meine-Arbeit-machen-und-mehr-nicht-Trip, als höflich mit den Partienten umzugehen.
Ich wollte bei Basti sein und nur das brachte mich dazu, mit ins Krankenhaus zufahren, sonst hätte ich gerne verzichtet. Ich setzte mich in den hinteren Teil den Krankenwagens, in den auch Basti auf einer Liege reingeschoben wurde, dann Basti konnte in zwischen nicht reden oder gehen. Kaum saß ich im Wagen, fragte ich: ,,Wisst ihr den, was er hat?"
,,Nein, dass wissen wir leider noch nicht, dazu müssen wir ihn im Krankenhaus näher untersuchen." wurde mir erklärt.
Die ganze Fahrt lang saß ich neben Basti und starrte die Decke an, bis meine Hand von Basti's gegriffen wurde. Ich guckte ihn erschrocken an, mit seiner anderen Hand machte er ein Zeichen, was mir zu verstehen gab, dass ich näher kommen sollte, was ich anschließend auch tat. Ich hielt mein Ohr so nah wie möglich an seinen Mund und was ich zu hören bekam, war ein einfaches Wort, was mich fröhlich machte: ,,Danke." Warum mich das Wort glücklich machte, lag daran, dass Basti seine Fröhlichkeit reingesteckt hatte, obwohl es ihm richtig beschissen ging. ,,Kein ding." sagte ich, ,,Für dich doch immer." Ich setzte ein Lächeln auf, das lange Zeit anhielt. Der Krankenwagen hielt an und Basti wurde rausgeschoben. Langsam stieg ich hinter dem Arzt aus, der sich auch im hinterem Teil aufgehalten hatte. Die Ärzte schoben Basti ins Krankenhaus und vor dem Zimmer, in das Basti geschoben wurde, damit Untersuchungen durchgeführt werden konnte, empfing mich eine Ärztin. Zu meinem Glück war diese netter, als die die Basti untersuchen mussten. Sie kam schon mit einem breiten Lächeln auf mich zu und erklärte mir, dass ich draußen warten müsse, aber später zu Basti rein könne. Ich setzte mich auf einen Stuhl und wartete. Wie sich herraus stellte, dauerte die Untersuchung nicht lange. Zwischendurch kam nur ein Arzt aus dem Zimmer und ging dann wieder mit etwas in der Hand rein. Ich konnte nicht genau erkennen, was es war, aber das änderte sicher nichts an Basti's zustand. Dann wurde ich endlich von einem Arzt informiert, dass ich jetzt rein dürfe, was ich natürlich sofort tat. ,,Na." begrüßte ich Basti. Ich setzte mich auf den Stuhl, der neben dem Krankenbett von Basti stand. Basti drückte mir lächelnd einen Zettel in die Hand. Das war es, was der Arzt eben geholt hatte. Ich wurde von Basti beobachtet, wie ich mir sein Geschriebenes durchlas:
Nochmal danke, dass du mir geholfen hast. :) Der Arzt hat gesagt, dass ich noch einen Tag im Krankenhaus bleiben muss, aber ich kann dann morgen wieder raus. Du kannst meine Mutter anrufen, sie bringt dich bestimmt Nachhause. Sie ist dir dankbar, dass weiß ich. Wenn ich krank bin, macht sie sich nämlich immer so übertriebene Sorgen. Ich würde jetzt gerne mit dir reden, aber es geht ja irgendwie schlecht, aber ich hoffe, dass du wenigstens mit mir redest, wenn ich es schon nicht tu :D
Als ich fertig war mit lesen, schaute ich Basti an: ,,Nichts zu danken, was hast du denn erwartet? Hast du gedacht, dass ich dich im Zimmer liegen lasse und mich aus dem Staub mache?" sagte ich lachend. Basti wollte auch lachen, aber da es nicht ging, grinste er mich einfach nur an.
,,Wieso kannst du eigentlich nicht reden und warum hast du das alles?"
Basti hatte eine schlaue Idee. Mir machen es auf die moderne Weise. Ich nahm mein Handy und Basti seins. Er schrieb mir alles was er mir zu sagen hatte per sms, weil man mit dem Handy einfach schneller schreiben kann, als mit der Hand.
Ich hab meine Stimme zu sehr belastet. Du kennst die Jugend doch. :D Unvorsichtig und dumm. :D Ich hatte einfach zu viele Konzerte und dann war ich noch mit Freunden feiern. Das hat meinen Stimmbändern nicht gut getan und das mit dem Zusammenbruch, dass kommt vom Stress. :/
,,Oh mein Gott, Basti. Das tut mir leid. Ich wollte das nicht." sagte ich schuldbewusst.
Hä? Das bist du doch garnicht schuld.. Es ist einfach ein bisschen viel, wenn jeden Tag Fans vor meiner Haustür stehen und sonst der ganze Alltagsstress.. Du weißt schon. Konzerte und so.
Ich sah ihn immer noch schuldbewusst an: ,,Aber ich hab auch was dazu gesteuert. Du warst wegen mir schlecht drauf und so, das hab ich aber nicht gewollt, wirklich."
Hör damit auf, du bist GARNICHTS schuld. Wieso hast du eben geweint? (Oh gott, würde ich lieber mit dir reden, als schreiben -.-)
,,Ehm..Weil ich Angst habe." Basti guckte mich an, als hätte ich Chinesisch gesprochen. Ich starrte ihn an und Basti fing an eine sms zu schreiben, kurz darauf vibrierte mein Handy, aber ich sah nicht drauf. Stattdessen legte ich es weg und legte meinen Kopf auf das Bett. Ich ließ meinen Tränen freien lauf. Aufeinmal hörte ich ein sehr leises: ,,Vanessa?" neben mir. Ich schüttelte nur meinen Kopf. Er würde mich sowieso nicht verstehen. Irgendwann zwang ich mich, meinen Kopf zu heben. Ich beachtete Basti nicht. Ich griff einfach nach meinem Handy und laß Basti's sms. Meine Tränenmenge verdoppelte sich und ich schluchzte vor mich hin. 'Ich liebe dich.' war, was ich zu lesen bekam und genau deshalb weinte ich. Er sollte mich nicht lieben. Ich traute mich nicht Basti anzugucken, aber ich musste es ja irgendwie, ich konnte ihn ja jetzt nicht einfach ignorieren. Mit weinendem Gesicht wandte ich langsam meinen Blick auf ihn. Basti rutschte ein wenig zur Seite und klopfte aufs Bett. Darunter verstand ich, dass ich mich neben ihn legen soll, aber ich schüttelte den Kopf. An der Stelle in Basti's Gesicht, wo vorher ein Lächeln war, war nun der Mundwinkel nach unten gesenkt und dazu nickte er noch. Gegen meinen Willen, stand ich auf und setzte mich aufs Bett. Ich brauchte Nähe, egal von wem. Ich wollte beschütz werden. Ich legte mich hin, mit dem Kopf auf Basti's Brust. Sein Herzschlag war schnell und geatmet hat er auch laut. Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, nicht mehr weinte und Basti's Herzschlag sich nicht geändert hatte, schaute ich hoch: ,,Ey Basti, ist alles okay bei dir?" Ich stupste ihn an, da er sie Augen zu hatte. ,,Hm." sagte er und schaute mich von oben an. ,,Ob alles okay ist, fragte ich." Basti zog verwirrt die Augenbrauen runter und flüsterte: ,,Klar." Ich legte meinen Kopf wieder auf seinen Oberkörper und schlief dann ruhig ein.
Teil 7 [Dienstag]
,,Morgen." sagte ich als ich von meiner Mutter geweckt wurde.
,,Guten Morgen." sprach sie mich an: ,,Wir wollen heute an die Bever, willst du mit?"
,,mh." sagte ich, weil ich noch im Halbschlaf war.
,,Wir haben schon halb 1, Vanessa."
Sofort guckte ich auf die Uhr. Oh mein gott, hatte ich lang geschlafen.
Ich sprang auf und ging ins Bad. Ich machte mich fertig und aß dann etwas Müsli. Kurz nachdem ich mit allem fertig war, klingelte das Telefon. Ich nahm schnell ab, meldete mich mit meinem Namen.. Ich hatte irgendwas interessantes an diesem Morgen erwartet, aber weder der Anruf war für mich, noch irgendjemand anderes wollte was von mir.
Nach langem Rumgestehe und DurchDieWeltGegucke hatte ich mich dann entschlossen wieder in mein Zimmer zu gehen und mich etwas hin zu chillen.
Ich war gerade oben angekommen und hatte meine Zimmertür halb geöffnet, hört ich meine Mutter nach mir rufen. Also änderte ich wieder meine Richtung und ging die Treppe runter.
,,Was ist los?" sagte ich, legte meine Arme auf das Treppengeländer und wartete auf eine Antwort.
,,Komm mal bitte runter, du hast Post bekommen." antwortete sie.
,,Post?!" wunderte ich mich. ,,Was für ein Brief und von wem?" ,fragte ich mich, sprang die restlichen Stufen runter und riss meiner Mutter den Briefumschlag aus der Hand.
Mit dem Brief lief ich zurück in mein Zimmer und lies mich auf einen Stuhl fallen.
Was ich zu lesen bekam, lies meine gute Laune verschwinden:
Hey Vanessa,
Ich wollte dir eigentlich nur das zurück bringen, was du bei mir vergessen hast. Und zwar deinen Brief. (Ist mit im Umschlag)
Natürlich hab ich ihn gelesen und ich bin mir dessen bewusst, dass du keinen Kontakt mehr zu mir haben willst. Ich weiß aber auch nicht wirklich was ich dir schreiben soll..
Du warst seid langem ein Mädchen was nicht schreihend hinter mir hergerannt ist. Du hast mich als normalen Menschen kennen gelernt und ich möchte nicht, dass das Ganze was wir uns zusammen aufgebaut haben an meiner Karriere kaputt geht.
Du hast immer gedacht, dass ich keine Zeit für dich haben werde, aber mit allen anderen Bekannten und Freunden bekomm ich das doch auch hin..Also wieso nicht auch mit dir?
Zu meinen Fans habe ich immer gesagt, dass ich nicht bereit für eine Beziehung bin, aber du hast mir gezeigt, dass ich vielleicht doch etwas Zuneidung zum Thema Liebe brauche.
Ich brauch dich, auch wenn du mir weh getan hast..
Das was gestern vorgefallen ist, kann ich nicht rückgänging machen, auch wenn ich das gerne machen würde.. Du hast mir klar gemacht, wie du mit deinen Gefühlen zu mir stehst..
Ich war gestern nicht mehr so gut drauf, genau so wenig wie heute. Ich hab gestern ein Konzert abgesagt, weil ich nicht in der Lage bin ein Konzert zu machen. Meine Gedanken sind die ganze Zeit bei dir. :/ Heute Abend hätte ich eigentlich auf der Bühne stehen müssen..
Es tut mir leid, wenn ich dich verletzt habe. Ich wünschte, du würdest mir eine Chance geben und wir fangen alles neu an.
Bitte Vanessa, überleg dir das nochmal !
(Sorry, dass ich dir das nicht ins Gesicht gesagt habe, aber du hast mir einen Brief geschrieben, also schreib ich dir auch zurück.)
Basti :/
Ich schmiss den Brief auf meinen Schreibtisch. Ich erstarrte, weil ich nicht wusste was ich tun sollte. Sollte ich ihm zurück schreiben, einfach nicht antworten, ihn anrufen oder gar zu ihm gehen? Ich wusste es nicht. Genau so wenig wie ich wusste, ob Basti eine Antwort erwartete oder schon aufgegeben hatte. Ich kniff die Augen zu und wünschte mir: Bitte lass mich ihn nie gekannt haben.. Aber eigentlich mag ich ihn ja, sogar mehr als das.
Ich war schon früher schwer erziehbar gewesen, aber dass ich mich jetzt selber nicht mehr kontrollieren konnte, das machte mich fertig. Wollte ich ihn bei mir haben oder Abstand von ihm halten? Tat es mir leid, dass ich ihn verletzt hatte oder interessierte es mich nicht?
Ich wusste es nicht und ich verzweifelte an dem Gedanken, dass ich es nie rausfinden würde.
Dass meine Mutter mich mehrmals zum Essen runter bat, das ignorierte ich voll und ganz, ich musste mich noch nicht mal anstrengen um es ignorieren zu können. Ich war so sehr in meinen Gedanken versunken, dass ich so gut wie garnichts mehr mitbekam. Bei späteren Erklärungen wurde mir erzählt, dass sogar mein Vater in mein Zimmer gekommen war, aber selbst das hatte ich nicht mitbekommen. Ich träumte vor mich hin und dachte darüber nach, was ich aus meinem Leben ohne oder mit Basti machen würde. Ohne ihn wär es so wie immer, eintönig und langweilig. Mit Basti hingegen wär mein Leben zwar mit viel Trubel, aber mit viel Spaß verbunden. Es wär aufregend, spannend und ich würde sicher viel von Basti lernen, indem ich ihm beim Meistern von Konzerten ect. zuschauen würde.
Ich war mir immer noch nicht sicher, ob ich auf die Dauer so viele Leute um mich herrum aushielt, aber schließlich ist Basti der jeniger der berühmt ist und da würde mich sowieso keiner beachten. Ich wär zwar da, aber anderen würde ich sicherlich nicht auffallen. Basti ist DER Basti. Er ist der, den alle kennen, aber ich bin nur eine von vielen. Er hat mich gewählt und viele von seinen Fans würden mich umbringen, wenn sie erfahren würden, was ich Basti antu.
Über all diese Sachen machte ich mir Gedanken, wärend ich einfach nur da saß und Löcher in die Luft starrte.
Durch meine vielen Gedanken und Sorgen war ich sehr abwesend, aber um so aufmerksamer war ich dann die nächsten Stunden und hörte jedem zu, der etwas zu sagen hatte. Meine Mutter bekam Besuch von 'Tante Rosi' , wie wir sie immer nannten. Sonst wär ich immer in mein Zimmer geflüchtet oder zu Freunden gegangen, weil mal bei Rosi's vielen Gesprächsthemen (die ihr wirklich nie ausgingen) nie zu Wort kam. Aber heute war es anders. Ich wollte mich ablenken und hörte ihr aufmerksam zu, auch wenn mich kein Wort, von dem was sie sprach, interessierte. Auch meine Mutter kam kaum zu Wort und wenn es dann doch mal der Fall war, dann wurde sie oft mitten im Satz unterbrochen. Ich weiß echt nicht, ob ich es mit so einer Freundin aushalten würde.. Die Freundschaft zwischen den beiden war sowieso kompliziert und ich hatte schon vor langer Zeit aufgegeben sie zu verstehen.
Tante Rosi rede weiter vor sich hin, als ich nach gefühlten zehn Stunden Zuhören mich auf den Weg zu meiner Freundin machte. Ich hatte kurz mit ihr sms geschrieben und ausgemacht, dass ich zu ihr komme. Ich ging zufuß, weil sie nicht weit von mir wohnte. Ich überquerte ein paar Straßen und nach ungefähr fünf Minuten Fußmarsch war ich da.
,,Na." wurde mir die Tür geöffnet.
,,Heey." antwortete ich und wurde freundlich gefragt: ,,Alles klar?"
,,Passt schon." sagte ich, während ich mir die Schuhe auszog und in die Wohnung eintrat.
,,Das klingt aber nicht so gut." sagte meine Freundin.
Ein schnelles 'Hallo' rief ich in die Küche, in der sich Leona's Mutter befand und kochte, dann folgte ich Leona ins Zimmer.
,,Naja. Mein Leben ist halt nicht perfekt." setzte ich unser Gespräch fort.
,,Hä?" guckte sie mich an.
,,Damit du das verstehst müsste ich dir jetzt ziemlich viel erzählen." erklärte ich ihr und setzte mich auf ihr Bett, was fast immer mit rosa Bettwäsche überzogen war.
,,Ich hab Zeit." grinste sie mich an und rollte mit ihrem Schreibtischstuhl, auf dem sie saß, zur Bettkante.
,,Okay. Du wirst es mir sowieso nicht glauben." wahnte ich sie und fing an zu erzählen: ,,Als ich an der Nordsee war, wegen meiner Oma..Du weißt schon.. Da hab ich so einen Jungen kennen gelernt." Leona guckte mich grinsend an. ,,Aber dieser Junge ist nicht irgendein Junge." Ich guckte auf die Bettwäsche und betrachtete die kleinen Herzen die darauf waren. Ich musste es übers Herz bringen, ihr es zu sagen. ,,Ja und dann?" sagte sie neugierig.
,,Tut mir leid Leona, aber du kennst diese Person und wenn ich dir jetzt sage wie sie heißt, versprichst du mir nicht sauer zu sein?"
Sie nickte mit offenem Mund.
Ich zeigte mit dem Finger an die Wand, die voller Poster hing. Ich zeigte auf das größte was dort hing. ,,BASTI?" sagte sie erschrocken und stand auf.
,,Es tut mir leid." sagte ich und guckte sie ängstlich an: ,,Ich weiß du bist ein Fan von ihm und ich wollte dir auch echt nicht weh tun, aber ich dachte, du musst es wissen, du bist ja schließlich meine Freundin."
Ich dachte Leona würde sauer auf mich sein und nicht mehr mit mir reden wollen, da sagte sie plötzlich lachend: ,,Erzähl mir mehr. Es ist gerade so spannend."
Verwundert aber gleichzeitig lächelnd guckte ich sie an und erzählte ihr alles was auf der Nordsee und auch hier zuhause so vorgefallen war. Dass so Kommentare wie 'Wie kannst du dich mit dem streiten, Vanessa.' kommen, dass hatte ich schon vorraus sehen können. Ich sagte ja, Fans würden mich umbringen, wenn sie das erfahren.
2 Stunden später, nachdem ich ihr alles erzählt hatte, ich durfte kein Detail auslassen (sogar den Streit, mit jeder Kleinigkeit hatte sie aus mir raus gequätscht), wurden wir von ihrer Mutter zum Essen gebeten.
,,Mama, weißt du was Vanessa im Urlaub passie.. AUA." Ich tritt sie unterm Tisch. Was zwischen mir und Basti lief musste ja nicht jeder wissen. Ich grinste sie frech an und ich rede für sie weiter: ,,Ist nicht so wichtig, was mir im Urlaub passiert ist.. Aber die Lasagne ist sehr lecker."
Man bedanke sich bei mir und ich ging nach dem Essen wieder in Leona's Zimmer. Meine Freundin musste noch eben was klären und dann kam sie mir nach.
Wir chillten ein bisschen und redeten über alltägliche Mädchensachen. Wir wollten etwas für das Wochende planen und so guckte Leona in ihren Kalender: ,,Ey Vanessa du Dummkopf."
,,Was geht los darein?" sagte ich lachend und wartete auf eine Antwort.
,,Du hast am Wochenende Geburtstag. Wie konnten wir das vergessen und vor allem du?"
,,Oh ja." sagte ich, immer noch lachend. ,,Verdammt, hab ich ja mal übelst vergessen."
Nach dem wir bemerkt hatten, dass ich am Samstag Geburtstag habe, planten wir was wir an meinem Geburtstag machen würden.
Einfach alleine Zuhause abhängen, mit der Familie feiern, eine Party schmeißen..
,,Natürlich machst du eine Party, Vani. Du wirst 16. Du MUSST ne Party schmeißen." flete sie mich an. ,,Okay, okay." stimmte ich zu.
Wir überlegten wo und wie wir das mit der Party machten. Leona fragte ihre Mutter nach Erlaubnis und dann stand fest, dass meine Feier auf dem Hof Familie Höffner statt finden würde.
Wir waren ein paar Jahre hängen geblieben.. Wahrscheinlich luden alle seine Freunde über Facebook ein, aber wir machten es auf die altmodische Art und schrieben Einladungskarten.
Auf die Karten schrieben wir wo die Feier statt sinde würde: Auf Leona's Innenhof
Wann: 17:30 Uhr
[. . .]
Wir schrieben alles wichtige drauf, verpackten die Karten in Umschlägen und dann legten wir uns zusammen aufs Bett und schauten ein bisschen fern.
,,Oh Leona, wir haben schon spät. Ich glaub es ist besser wenn ich jetzt langsam gehe."
,,Och nö. Ruf doch deine Mutter oder deinen Vater an und frag, ob du hier übernachten kannst."
Ich rief Zuhause an, machte aus, dass ich bei Leona schrief und dann machten wir uns auch recht früh Bettfertig. Wir wechelten nur noch wenige Worter und wollten dann schlafen.
,,Nacht Schatzi." sagte ich zu ihr.
,,Nacht. Schlaf gut." grinste sie mich an und wir legten uns hin.
Aufeinmal lachte Leona los. Sie hatte keinen Grund , aber wer uns kannte, wusste damit umzugehen. Wir lachten ständig und überall, aber jetzt wollte ich schlafen: ,,Ey, Ich will schlafen." lachte ich mit.
Ich schloss meine Augen und versuchte trotz der langen Lache zu schlafen, was mir dann auch gelang.
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